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Datenschutz?…! Sind alle Daten immer erforderlich?

Von Niels Köhrer, externer Datenschutzbeauftragter für up|plus-Kunden

Diese Frage muss man klar mit „Nein“ beantworten, wenn man sich das neueste Bußgeld gegen eine Wohnungsbaugesellschaft betrachtet. Ohne zu verallgemeinern, scheint es bei den größeren Wohnungsbaugesellschaften öfter einmal Probleme mit den gespeicherten Daten von Mietinteressenten zu geben oder gegeben zu haben.
Datenschutz?…! Sind alle Daten immer erforderlich?

Für jede Verarbeitung von Daten braucht es eine Rechtsgrundlage. Gerade bei Mietinteressenten werden/wurden viele Daten erhoben, bevor überhaupt ein Abschluss eines Mietvertrags in Sichtweite ist. Sicherlich ist mit Einführung der DSGVO auch hier ein Umdenken entstanden.

Ein aktuelles Bußgeld zeigt jedoch, dass dies noch nicht überall der Fall ist. Dem Bußgeld lag die Speicherung von Informationen von Interessenten, wie Haarfrisur, Körpergeruch und persönliches Auftreten zugrunde, anhand derer die Interessenten in verschiedene Klassen eingeteilt wurden.

Das ist ein sehr krasses Beispiel von Daten, die nicht für die Vertragserfüllung erforderlich sind. Doch was lässt sich aus dem Bußgeld für andere Branchen mitnehmen?

Daten, die nicht für die Durchführung des Vertrags – z. B. dem Behandlungsvertrag – erforderlich sind, sollten auch nicht verarbeitet werden. Wenn man sich selbst die Frage stellt, „brauche ich die Daten für die Behandlung?“ und dabei zögert, sollte man seinen Datenschutzbeauftragten fragen. In der Regel ist das Bauchgefühl ein erster guter Indikator für Daten, die nicht erforderlich sind.

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