up|unternehmen praxis

HeilM-RL für Zahnärzte an das TSVG angepasst

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin die Anpassung der Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte (HeilM-RL ZÄ) an das im Mai 2019 in Kraft getretene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beschlossen. Zu den wichtigsten Änderungen zählt die Einführung einer orientierenden Behandlungsmenge – und damit verbunden die Abschaffung des Genehmigungsverfahrens bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls.
Zahnarzt behandelt ältere Frau
© iStock: FatCamera

Zudem wurden die ersten Voraussetzungen zur Umsetzung einer sogenannten Blankoverordnung geschaffen. Neben gesetzlich notwendigen Anpassungen beschloss der G-BA unter anderem, die Gültigkeit von Heilmittelverordnungen von 14 auf 28 Tage zu verlängern. Wenn alles klar geht, soll die HeilM-RL ZÄ zum 1. Oktober 2020 zusammen mit der Neufassung der ärztlichen HeilM-RL in Kraft treten

Einführung einer orientierenden Behandlungsmenge

Mit der Einführung der „orientierenden Behandlungsmenge“ wird die bisher geltende Regelfallsystematik abgelöst. Die neue Formulierung verdeutlicht, dass die im Heilmittelkatalog angegebene Höchstmenge der Behandlungseinheiten, in der das angestrebte Therapieziel voraussichtlich erreicht werden kann, der Ärztin oder dem Arzt lediglich als Orientierung dient. Dieser Orientierungswert kann bei medizinischem Bedarf auch überschritten werden. Eine Genehmigung der Krankenkasse ist hierfür nicht notwendig.

Durch den Wegfall des Genehmigungsverfahrens bei der Krankenkasse geht der G-BA von einer deutlichen Entlastung für Patienten und der Leistungserbringer aus.

Blankoverordnungen durch Zahnärzte

In der HeilM-RL ZÄ wird die generelle Möglichkeit einer sogenannten Blankoverordnung eröffnet. Hierbei könnte der Zahnarzt bei der Ausstellung der VO auf bestimmte Angaben verzichten, beispielsweise hinsichtlich des genauen Heilmittels und der Behandlungsfrequenz. Allerdings müssen die für die Umsetzung notwendigen Details noch vertraglich zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Heilmittelerbringern vereinbart werden.

Außerdem interessant:

Ärzte bei Heilmittelregressen entlastet

Serie Heilmittelkatalog Teil 3: Behandlungsfall wird zum Verordnungsfall

Serie Heilmittelkatalog Teil 2: Der Heilmittelkatalog wird überschaubarer

 

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all Kommentare
0
Wir würden gerne erfahren, was Sie meinen. Schreiben Sie einen Kommentar.x