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Schmerzpatienten: Zweitmeinung schützt vor unnötigen OPs

Patienten mit Schmerzen im Rücken und in den Gelenken werden zu oft operiert. Das erklärte Dr. Michael Überall, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, auf der Auftaktpressekonferenz anlässlich des Deutschen Schmerz- und Palliativtages. Eingriffe an der Wirbelsäule wegen Kreuz- und Rückenschmerzen seien mittlerweile die häufigste OP-Indikation, gefolgt von Gelenkoperationen.
Langfristiger Heilmittelbedarf (LHB)
© iStock: gilaxia

Eine Zweitmeinung kann vor unnötigen Operationen schützen, wie Studien mit mehr als 7.000 Betroffenen aus den Jahren 2019 bis 2021 zeigten. Danach sei in fast 98 Prozent der Fälle von einem chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule abgeraten worden. Eine multimodale Schmerztherapie sei laut Überall oft die bessere – und vor allem nachhaltigere – Option. Die Entscheidung für oder gegen eine OP sollte auch unter Einbeziehung von Physiotherapeuten im Rahmen einer interdisziplinären Schmerzkonferenz (ISK) getroffen werden und nicht – wie derzeit durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt – monodisziplinär. Es müsse vor allem geprüft werden, ob wirklich alle konservativen Therapien ausgeschöpft sind.

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