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Tanzen hält Senioren auch geistig fit

Selbstzahlerleistung für die Praxis

Tanzen hält Senioren auch geistig fit

Tanzen hält fit, das ist schon länger bekannt. Dass es aber auch bei älteren Menschen effektiv hilft, haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) jetzt herausgefunden. Selbst inaktive Senioren konnten nach nur sechs Monaten Tanztraining einmal pro Woche nicht nur ihre körperliche Fitness steigern, sondern auch ihre Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit. Tanzen für Senioren eignet sich also ausgezeichnet als Selbstzahlerangebot.

© Pavel Losevsky – Fotolia.com

In ihrer Studie, die kürzlich im Fachmagazin „Frontiers in AgingNeuroscience“ veröffentlicht wurde, untersuchten die Bochumer Neurowissenschaftler Dr. Hubert Dinse vom Institut für Neuroinformatik und Professor Dr. Martin Tegenthoff von der Klinik für Neurologie, BG-Universitätsklinik Bergmannsheil, den Einfluss des speziell für Senioren entwickelten Tanzprogramms „Agilando“ des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands. Die 25 Teilnehmer zwischen 60 und 94 Jahren tanzten über einen Zeitraum von sechs Monaten eine Stunde pro Woche, während eine Kontrollgruppe keinen Tanzkurs absolvierte. Vor und nach dem Kurs mussten die Senioren 18 Tests durchlaufen, in denen über 80 Parameter untersucht wurden, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Dabei wurden nicht nur Kriterien wie Stand-, Körperhaltung und Reaktionszeit untersucht, sondern auch Motorik, Sensorik, Aufmerksamkeit, Denk- und Merkfähigkeit sowie die Lebenszufriedenheit und die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems.

Signifikante Verbesserungen in Gedächtnis, Wahrnehmung und Balance

Das Ergebnis: Während sich bei der Kontrollgruppe keine Veränderungen zeigten, stellten die Wissenschaftler bei den Tänzern signifikante Verbesserungen fest: Sowohl ihr Gedächtnis, ihre Wahrnehmung und ihre Aufmerksamkeit als auch ihre körperliche Fertigkeiten wie Balancegefühl verbesserten sich deutlich. Allerdings zeigten sich entgegen den Erwartungen der Forscher kaum Veränderungen bei der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems. „Ein bemerkenswerter Umstand, da zum Beispiel Verbesserungen des Denkvermögens und der Lernfähigkeit häufig mit einer verbesserten Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit verbunden sind“, so Dr. Dinse. „Das zeigt, dass bereits geringe Trainingsintensitäten zu weitreichenden Verbesserungen führen können, auch wenn die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems unverändert bleibt.“

Gegenüber anderen sportlichen Aktivitäten biete das Tanzen viele Vorteile, heißt es weiter. Es vereine körperliche Aktivität mit sozialer, emotionaler und musikalischer Interaktion und kognitiven Herausforderungen. Außerdem könne man schnell Erfolge erzielen. „Diese Komponenten sind sehr wichtig, um die Motivation aufrechtzuhalten“, so Dr. Kattenstroth.

Service: Ein kostenloses Abstract finden Sie im Internet unter https://www.frontiersin.org/Aging_Neuroscience/10.3389/fnagi.2013.00005/abstract

 

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