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Telematikinfrastruktur: Die wichtigsten Begriffe

Ein Spickzettel für alle, die sich mit der TI noch nicht so gut auskennen
Kleiner Test: Konnektor, eHealth Kartenterminal, eHBA, eGBR, TI 2.0 und eID – alle diese Begriffe sind Ihnen bekannt? Dann blättern Sie ruhig weiter. Für alle anderen, die sich bisher mit der Telematikinfrastruktur noch wenig befasst haben, sind hier einige wichtige Begriffe kurz erklärt:
Telematikinfrastruktur: Die wichtigsten Begriffe
© sabelskaya

gematik

Die gematik ist die Nationale Agentur für Digitale Medizin. Sie trägt die Gesamtverantwortung für die Telematikinfrastruktur, definiert verbindliche Standards für Dienste, Komponenten und Anwendungen in der TI und sorgt für deren Durchsetzung. Dabei arbeitet die gematik mit Politik, Industrie, Wissenschaft, Heilberuflern, IT-Experten und Datenschützern zusammen. Auf internationaler Ebene steht die gematik im Austausch mit National Digital Health Agencies anderer Länder.

Konnektor

Noch erfolgt der Zugang zur TI über einen Konnektor. Dieser ist mit dem Kartenterminal der Praxis sowie der Praxissoftware verbunden und sorgt dafür, dass die Kommunikation verschlüsselt völlig abgeschirmt vom restlichen Internet möglich ist.

Kartenterminal

Das stationäre eHealth Kartenterminal ist notwendig, um die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nutzen und die darauf befindlichen Daten lesen zu können. Außerdem erfolgt über das Kartenterminal die Anmeldung der Praxis an die TI. Der Praxisausweis sowie der elektronische Heilberufsausweis werden über das Terminal eingelesen. Es gibt auch ein mobiles Kartenterminal, das Therapeuten zum Beispiel zu Hausbesuchen mitnehmen können, um die Daten der eGK lesen zu können.

Praxisausweis (SMC-B-Karte)

Medizinische Institutionen, wie Arzt- oder Heilmittelpraxen, benötigen einen Praxisausweis (auch Praxiskarte oder Institutionsausweis), um sich mit der TI zu verbinden. Diese Security Module Card Typ B, kurz SMC-B, stecken sie dazu in das Kartenterminal und geben ihre PIN ein. Ohne Praxisausweis ist eine Teilnahme an der TI nicht möglich. Die Ausgabe erfolgt über das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR).

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

Den elektronischen Heilberufsausweis benötigen Therapeuten, um sich mittels einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) eindeutig zu identifizieren. Es handelt sich dabei um eine Smartcard, die über das Kartenterminal gelesen wird. Aktueller Stand (Juni 2022): Derzeit können Physiotherapeuten in folgenden Bundesländern den Heilberufsausweis über das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) beantragen: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

eGBR

Das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) ist als gemeinsame Stelle der Länder für die Ausgabe der elektronische Heilberufsausweise u. a. an Heilmittelerbringer zuständig. Es ist bei der Bezirksregierung Münster angesiedelt.

Bei Ärzten und Apothekern organisiert die Selbstverwaltung (Kammern) die Ausgabe der eHBA. Für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen, die über keine eigenen Körperschaften verfügen, übernimmt das eGBR diese Funktion. Neben den Heilmittelerbringern zählen dazu auch die Berufsfelder Pflege und Geburtshilfe. Aktuell werden eHBA nur für Physiotherapeuten ausgegeben.

Die Website des eGBR finden Sie hier: www.egbr.de

TI 2.0

Die TI 2.0 ist eine Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur, die bis Ende 2025 abgeschlossen sein soll. Ziel ist es, dass die Telematikinfrastruktur nicht länger an eigene Hardware, wie Konnektoren, gebunden ist, sondern sich die Anwendungen zeit- und ortsunabhängig über das Internet nutzen lassen. Auch die Authentifizierungsprozesse sollen sich entsprechend ändern: Zusätzlich zu Smartcards wie dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) und dem Praxisausweis (SMC-B) soll es eine sogenannte elektronische Identität (eID) für die Nutzer der TI geben. Beispielsweise sollen Patienten dann per Smartphone direkt auf die elektronische Patientenakte oder das elektronische Rezept zugreifen können. Leistungserbringer können die TI von unterwegs nutzen, ohne auf ein Lesegerät angewiesen zu sein.

eID

Wer derzeit die TI nutzen möchte, benötigt Smartcards wie die elektronische Gesundheitskarte, den elektronischen Heilberufsausweis oder den Praxisausweis (SMC-B), um sich zu authentifizieren. In der TI 2.0 sollen diese Authentifizierungsmittel durch elektronische Identitäten ergänzt werden. Von der gematik zugelassene Identitätsprovider sollen dann die Authentifizierung übernehmen. Wer die TI nutzen möchte, muss sich dann nur einmal beim Identitätsprovider anmelden, um alle Anwendungen nutzen zu können (Single-Sign-On).

Wie genau die eID funktionieren soll, steht noch nicht fest. Ursprünglich sollte die eID Versicherten und Leistungserbringern dazu dienen, sich bei telemedizinischen Leistungen oder Digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) zu authentifizieren. Im Rahmen der TI 2.0 erhält die eID jedoch eine viel weitergreifendere Rolle. Darum kommt es auch zu Verzögerungen bei der Einführung der elektronischen Identität, sodass der Termin aus dem Digitale-Versorgung- und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) wonach Versicherte und Leistungserbringer bis zum 1. Januar 2023 eine solche eID erhalten sollten, nicht eingehalten werden wird.

Das gehört noch zur TI-Sonderausgabe:

Das gehört noch zur TI-Sonderausgabe:

Was ist die Telematikinfrastruktur?

Die wichtigsten Begriffe

Von Notfalldatenmanagement bis elektronische Patientenakte

Finanzierung der TI

Interview mit Dr. Florian Hartge, CPO der gematik

Interview mit Johannes Haunhorst und Dr. Christian Uebach, eGBR: Einlasskontrolle zur TI

TI-Fahrplan bis 2026

Ein Blick in die Zukunft

Auf einen Blick – Diese Vorteile bietet die TI für die Praxis

 

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