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Was ist die Telematikinfrastruktur?

Datenautobahn, Kommunikationsnetzwerk, datensicherer Raum zum Austausch mit Kollegen
Wie der Praxisalltag mit der Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) aussehen könnte, haben wir Ihnen gerade in einem fiktiven Beispiel gezeigt. Doch was ist die TI genau? Welche Anwendungen gibt es bereits, was ist in Entwicklung? Wer kann mitmachen und was braucht man dafür. Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Hier zunächst ein kurzer Überblick, was die TI eigentlich ist, und wozu sie dient.
Was ist die Telematikinfrastruktur?
© ipopba

Kurz gesagt: Die Telematikinfrastruktur ist ein digitales Netzwerk, dass alle im Gesundheitswesen Tätigen miteinander verbindet. Man kann sich das wie eine Art Datenautobahn vorstellen, die Ärzte, Krankenkassen, Krankenhäuser und eben auch Heilmittelerbringer miteinander verbindet und es ihnen ermöglicht, Informationen, die für die Behandlung der Patienten wichtig sind, schnell und einfach auszutauschen. Da es hier um besonders sensible medizinische Daten geht, spielt zudem die Sicherheit eine wichtige Rolle. Dazu gehört, das Daten verschlüsselt versendet werden, aber auch, dass man sich sicher sein kann, dass Sender und Empfänger auch wirklich diejenigen sind, die sie vorgeben zu sein.

Innerhalb der Telematikinfrastruktur ist jeder Teilnehmer eindeutig zu identifizieren – aktuell geschieht dies über Smartcards wie den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Diese Authentifizierung der Teilnehmer garantiert, dass zum Beispiel der Therapiebericht sicher bei dem Arzt ankommt, für den er gedacht ist. Und der Arzt kann sicher sein, dass er auch wirklich von dem Therapeuten kommt, der als Absender genannt wird. Um diese Kommunikation zu ermöglichen, gehört zur TI ein zentraler Verzeichnisdienst, eine Art verifiziertes Adressbuch aller im Gesundheitswesen Tätigen – zumindest derjenigen, die an der TI teilnehmen. Damit das in der Praxis auch wirklich funktioniert und unterschiedliche Softwaresystem problemlos zusammenarbeiten, gibt es die Interoperabilitätsstandards der gematik.

Das brauchen Sie, um die TI zu nutzen

Aktuell benötigen alle, die an der TI teilnehmen, einen Konnektor, über den der Zugang zur TI erfolgt und der die Verschlüsselung übernimmt. Zudem benötigen Sie ein stationäres eHealth Kartenterminal, um die elektronische Gesundheitskarte der Patienten nutzen zu können. Hierüber erfolgt auch die Anmeldung der Praxis (über den Praxisausweis) und der Therapeuten (über den elektronischen Heilberufsausweis) an die TI. Physiotherapeuten können bald loslegen. Die Finanzierungsvereinbarung zur Kostenerstattung mit dem GKV-Spitzenverband steht und bis zum Sommer sollen alle Physiotherapeuten ihre elektronischen Ausweise beantragen können. Alle anderen Heilmittelerbringer müssen noch etwas warten. Für sie gilt der 1. Januar 2024 als Deadline für die Finanzierungsvereinbarung.

Das gehört noch zur TI-Sonderausgabe:

Was ist die Telematikinfrastruktur?

Die wichtigsten Begriffe

Von Notfalldatenmanagement bis elektronische Patientenakte

Finanzierung der TI

Interview mit Dr. Florian Hartge, CPO der gematik

Interview mit Johannes Haunhorst und Dr. Christian Uebach, eGBR: Einlasskontrolle zur TI

TI-Fahrplan bis 2026

Ein Blick in die Zukunft

Auf einen Blick – Diese Vorteile bietet die TI für die Praxis

 

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Irina Wosnitza-Thum
20.06.2022 14:25

Ermöglicht mir Starke Praxis das und bekomme ich dann auch… Weiterlesen »

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