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Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten

In den meisten Bundesländern müssen Eltern für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen – und zwar oftmals mehr als 500 Euro pro Monat. Das hemmt gerade viele Frauen, Vollzeit in den Beruf zurückzukehren. Möchten Sie Mitarbeiterinnen motivieren, wieder mehr in der Praxis zu arbeiten, übernehmen Sie einen Teil der Betreuungskosten – steuerfrei.
© Fotolia.com: Tobias Kaltenbach

Sie haben eine fleißige und freundliche Mitarbeiterin, die gerade ein Kind bekommen hat. Sie würde gerne nach einem Jahr Elternzeit wieder arbeiten. In einem Gespräch mit ihr merken Sie jedoch, dass sie hadert. Die Betreuungskosten für das Kind sind in Ihrem Bundesland einfach so hoch, dass es sich für Ihre Mitarbeiterin kaum lohnt, zurück in die Praxis zu kommen. In Zeiten des Fachkräftemangels wäre das für Sie als Praxisinhaber natürlich ein herber Verlust.

Höhe der Unterstützung ist unerheblich

Daher sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihren Mitarbeitern einen Teil der Kinderbetreuungskosten spendieren. Diese sind für die Angestellten unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei und so gleichzeitig eine indirekte Gehaltserhöhung. Denn Sie müssen die Kosten zusätzlich zum festen Gehalt tragen.

Bei der Höhe der steuerfreien Betreuungsextras gibt es zudem keine Grenze. Übernehmen Sie einen Teil der Kosten, können die Mitarbeiter zusätzlich den Rest zu gewissen Teilen in der Steuererklärung geltend machen. Dabei ist es egal, ob die Kinder in eine Kindertagesstätte gehen oder zu einer Tagesmutter. Die Einrichtung muss nur für die Unterkunft und Verpflegung aufkommen – eine Betreuung durch die Oma reicht nicht aus.

Diese Regelungen gelten für Kinder, die

  • das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder
  • im laufenden Kalenderjahr das 6. Lebensjahr nach dem 30. Juni vollendet haben, es sei denn, sie sind vorzeitig eingeschult worden, oder
  • im laufenden Kalenderjahr das 6. Lebensjahr vor dem 1. Juli vollendet haben.

Schulpflicht gilt ab Eintritt in die Grundschule

Es gibt seit 2015 zudem eine neue Regelung, die alles ein wenig vereinfacht. Nun wird von nicht schulpflichtigen Kindern ausgegangen, solange sie noch nicht eingeschult sind (R 3.33 Absatz 3 LStR). Wenn Sie also in Ländern mit “späten Sommerferien” wohnen, können Sie auch in den Monaten August und gegebenenfalls September (bis zum Tag der Einschulung) die Kindergartenzuschüsse ohne weiteres steuerfrei zahlen.

Wichtig: Ihre Mitarbeiter müssen Ihnen schließlich nachweisen, dass sie an die Kita mindestens den Betrag in Höhe der Zuschüsse zahlen. Sie sind dann verpflichtet, diese Originalbelege zusammen mit den Gehaltsunterlagen aufzubewahren.

 

In diesem Themenschwerpunkt stellen wir Ihnen außerdem diese Möglichkeiten vor, wie Ihre Mitarbeiter etwas mehr im Portmonee haben, ohne dass Sie zu tief in die Tasche greifen müssen:

Fortbildungen – Hilfe vom Chef schafft enorme Erleichterung

Erholung bezuschussen: Betriebliche Gesundheitsförderung und Urlaubssubvention

Betriebsfeiern – ein Dank an die Mitarbeiter

Laptop, Smartphone & Co. – vom Chef bezahlt

Gutscheine für Mitarbeiter

Die gesponserte Mittagspause: Essenszuschüsse für Mitarbeiter

Arbeitskleidung: Der steuerfreie Einheitslook

Provisionszahlungen – leistungs- oder umsatzorientierte Entlohnung

Themenschwerpunkt: Tipps und Tricks für mehr Geld auf dem Konto Ihrer Mitarbeiter – ganz ohne klassische Gehaltserhöhung

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