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Die Lymph-Kampagne

So kann jeder Therapeut dazu beitragen, dass Krankenkassen die Lymphdrainage besser vergüten

Masseure und Physiotherapeuten in ganz Deutschland fühlen sich der GKV ausgeliefert: Es gibt für Therapeuten, die die notwendige Versorgung der Patienten mit MLD aufrechterhalten wollen, scheinbar keine Alternative zum Verlustgeschäft Lymphdrainage. Doch mit einer gemeinsamen Kampagne können Therapeuten und Patienten für höhere Honorare eintreten.
Wenn ein Masseur oder Physiotherapeut die Zertifikatsposition Lymphdrainage erbringt, erhält er weniger Geld als für normale Krankengymnastik. Statt also die Zusatzqualifikation Lymphdrainage-Therapeut zu bezahlen, „bestrafen“ die Krankenkassen sie mit Honorarabschlägen. Das führt dazu, dass immer weniger Praxen überhaupt Termine für MLD (Manuelle Lymphdrainage) vergeben und dass Patienten dringend notwendige Therapie nicht erhalten. Die Therapeuten, die MLD erbringen, verlieren in ihren Praxen jedes Jahr insgesamt rund 250 Millionen Euro. Durch die aktuelle Änderung der Heilmittel-Richtlinie wird sich der Verlust im kommenden Jahr auf deutlich über 500 Millionen Euro erhöhen (siehe unseren Artikel vom 26.07.2016). Es wird Zeit, etwas gegen dieses Verlustgeschäft zu tun. Praxen können sich aktiv an der  Lymph-Kampagne beteiligen – und so dafür kämpfen, dass Therapeuten mit der MLD-Therapie endlich genug Geld verdienen, um die Kosten für die Zusatzqualifikation wieder hereinarbeiten zu können. Das geht mit drei einfachen Schritten:

1. Lokale Öffentlichkeitsarbeit

Im ersten Schritt der Lymph-Kampagne geht es darum, die Öffentlichkeit im Einzugsbereich Ihrer Praxis auf das Thema Lymphdrainageversorgung aufmerksam zu machen. Informieren Sie zunächst Ihre eigenen Patienten, indem Sie das Lymph-Kampagnen-Poster (ist der aktuellen up|unternehmen praxis-Ausgabe beigelegt) in Ihrer Praxis aufhängen. Interessierte Praxen können zusätzlich hier ein Merkblatt herunterladen, ausdrucken und Patienten mitgeben. Lymphdrainage-Patienten können bei der Behandlung direkt informiert werden. Möglichst viele Therapeuten und Patienten sollen die Lymph-Kampagnen-Petition unterzeichnen. Das geht online unter www.openpetition.de/!mmwsh oder per Unterschrift auf Papier direkt in der Praxis (siehe Anleitung auf der Poster-Rückseite). In sozialen Netzwerken können Sie die online-Petition sowohl unter Therapeuten als auch unter Patienten weiter zu verbreiten. Jeder Kontakt und jede Unterschrift zählt. Die Lymph-Kampagnen-Petition richtet sich an den Bundesgesundheitsminister. Wir fordern ihn darin auf, die Marktmacht der Krankenkassen zu kontrollieren und dafür zu sorgen, dass qualifiziertere MLD  mit höheren Honoraren vergütet wird. Das Ziel der Lymph-Kampagne ist es, im Rahmen der Petition mindestens 100.000 Unterschriften zu sammeln. Angesichts von 150.000 Physiotherapeuten und etwas 500.000 in Behandlung befindlichen Lymphdrainage-Patienten erscheint das realistisch. Das Ergebnis von Schritt 1: Patienten der eigenen Praxis verstehen das Problem und engagieren sich durch ihre Unterschrift dafür, dass die Versorgung mit Lymphdrainage auch in Zukunft sichergestellt ist.

2. Überregionale Öffentlichkeitsarbeit

Der Bundesgesundheitsminister erhält den Petitionstext mit all den Unterschriften, die die Kampagne unterstützen. Außerdem erreichen die Informationen alle Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestags. Vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl im Herbst 2017 werden sich Parteipolitiker und Bundesgesundheitsministerium sicherlich zum Thema äußern. Mit der Übergabe der Petition an den Bundesgesundheitsminister wird deutlich, dass hier Patienten und Therapeuten an einem Strang ziehen. Damit ist das Thema auch interessant für überregionale Medien. Und auf diesem Wege erfahren auch die nicht betroffenen Versicherten der GKV, was sich Krankenkassen durch ihre marktbeherrschende Stellung alles herausnehmen. Denn die Sachlage zum Thema ist einfach zu erklären: Therapeuten geben für die Lymphdrainage-Ausbildung Geld aus, um dann weniger Honorar als vor der Ausbildung zu erhalten. Das Ergebnis von Schritt 2: Politiker, allen voran der Bundesgesundheitsminister, müssen sich mit dem Thema Lymphdrainage beschäftigen. Sie müssen gegenüber der Öffentlichkeit erklären, wie sie in  Zukunft die Versorgung der Patienten mit Lymphdrainage sicherstellen wollen.

3. Abrechnungserlaubnis MLD zurückgeben

Wer Lymphdrainage gegenüber GKV-Versicherten erbringen und abrechnen will, der braucht dazu eine besondere Abrechnungserlaubnis zusätzlich zur eigentlichen Zulassung. Diese Zulassung ist an die Qualifikation der einzelnen Therapeuten gebunden. Was hindert eine Praxis daran, den Krankenkassen mitzuteilen, dass aktuell die Voraussetzungen für die Abrechnung von MLD nicht mehr vorliegen? Jeder Therapeut hat das Recht, irgendeine Therapie nicht mehr durchführen zu wollen. Wenn Patienten dann keine Therapeuten mehr finden, die Lymphdrainage durchführen, müssen die Krankenkassen aktiv werden und geeignete Therapeuten und freie Termine nachweisen. Gelingt ihnen das nicht, dürfte das den Druck auf sie erhöhen, sich mit dem Thema ernsthaft zu beschäftigen. Möglicherweise stärkt das die Position der Verbände in ihren Verhandlungen mit den Kassen über bessere Honorare. Das Ergebnis von Schritt 3: Den Krankenkassen gehen die Lymphdrainagetherapeuten aus. Dann müssen die Patienten die MLD als Privatleistung selbst kaufen und sich das Geld von der Krankenkasse erstatten lassen (wenn die GKV keinen Therapeuten mit freiem Termin nachweisen kann). Oder Therapeuten und Patienten „schummeln“. Wie das geht, und warum das nicht gut wäre, lesen Sie hier und hier.

Krankenkassen gefährden die Lymphdrainage-Versorgung!

Online-Petition: JETZT MITMACHEN!

Therapeuten sollen Kompressionsbandagen erst im Anschluss an die MLD anlegen, ohne dafür ein zusätzliches Honorar zu erhalten. Wir fordern Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf, in seiner Rolle als Rechtsaufsicht der Gesetzlichen Krankenversicherung zu reagieren!

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Schmitti
23.11.2016 21:09

Totaler Schwachsinn, was soll es bringen meine Qualifikation abzugeben? Glaubt… Weiterlesen »

Rolf M.
01.02.2017 16:29
Antworten an  Ralf Buchner

Was ist unsachlich an „Schmitti’s“ Kommentar? Vielmehr scheint Mister Buchner… Weiterlesen »

Donata Porstmann
11.09.2016 13:39

wo finde ich das Informationsblatt für patienten? gern werden diese… Weiterlesen »

Claudia
06.09.2016 21:22

ich wäre sofort dabei bei einer kampagne von den physio… Weiterlesen »

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