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Fallbeispiel: Das passiert, wenn MLD nicht mehr angeboten wird

Physiotherapeuten, die ihre MLD-Abrechnungserlaubnis zurückgegeben haben, aber die Lymphdrainage-Patienten trotzdem nicht therapeutisch im Stich lassen wollen, werden sich in Zukunft vielleicht an dem Beispiel eines Kollegen aus Frankfurt am Main orientieren.
© iStock, KatazyrnaBialasiewicz

Dort lassen sich ganz wenige Patienten anstelle der MLD einfach Physiotherapie/Krankengymnastik verordnen, gerne auch als Doppelbehandlung, wenn es die Diagnose hergibt. Was der Kollege während der Behandlung konkret macht, kann außer ihm niemand  wirklich beurteilen. Die Anwendung von Massagetechniken, die den Methoden der MLD ziemlich nahe kommen, ist gemäß Leistungsbeschreibung der Krankengymnastik nicht ausgeschlossen. So gelingt es dem Kollegen, diejenigen Patienten, deren Nichtbehandlung er nicht verantworten kann, trotzdem angemessen zu versorgen.

Dieses Beispiel zeigt, wie es manche Praxen auch ohne ausdrückliche Lymphdrainagezulassung schaffen, ihren Patienten zu helfen, und dabei auch nicht gegen aktuelle Rahmenverträge oder Zulassungsvereinbarungen verstoßen.

Allerdings ist so ein Vorgehen unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung kaum sinnvoll. Denn mit solchen Methoden können auch nicht qualifiziert Therapeuten arbeiten. Das wäre weder im Sinne der Patienten noch im Sinn der gut ausgebildeten Lymphdrainagetherapeuten. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wohin das Honorardumping der Krankenkassen unter Umständen führen kann.

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Claudia
06.09.2016 21:20

es ist schon schlimm wenn zu solchen methoden gefriffen werden… Weiterlesen »

Gerd Emich
05.09.2016 11:01

wann endlich gehen die Physiotherapeuten auf die Strasse? Ärzte sind… Weiterlesen »

DM K. HELBIG. FACHARZT
20.09.2016 16:21
Antworten an  Gerd Emich

Richtig, genauso ist es, wir müssen alle handeln: Ärzte und… Weiterlesen »

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