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Marketing-Instrumente von Anzeige bis Xing – Was sich lohnt und welche Sie sich sparen können

Im Artikel "Der  Grundstein des Erfolgs: In 5 einfachen Schritten zum maßgeschneiderten Marketingplan" haben wir Ihnen den Marketingplan selbst vorgestellt. Dieser definiert den Rahmen Ihrer Marketingmaßnahmen. Ziele und Strategien sind darin vorgegeben. Nun geht es um die konkrete Umsetzung. Dafür möchten wir Sie mit einigen Marketing-Instrumente bekannt machen.
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1. Klassische Werbung: Anzeigen, Werbespots, Flyer, Broschüren, …

Die traditionellen Werbemaßnahmen sind zwar wirklich nicht neu, haben unter bestimmten Umständen aber durchaus ihre Daseinsberechtigung. Wer nun aber denkt, dass es ausreicht, eine Anzeige zu schalten und schon rennt die gewünschte Zielgruppe die Türen ein, wird vom Ergebnis vermutlich enttäuscht sein. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Was liest/hört/schaut die Zielgruppe?

Bei Anzeigen ebenso wie Radio- oder TV-Werbung sollten Sie sich gut überlegen, wo Sie diese platzieren. Wenn Ihr Angebot nicht so speziell ist, dass dafür Patienten von weiter weg anreisen würden, reicht es völlig, sich auf regionale Medien zu beschränken.

  • Lohnt sich die Investition?

Klassische Anzeigen/Werbespots können schnell ins Geld gehen. Überlegen Sie sich diese Maßnahmen darum genau und prüfen Sie regelmäßig, ob sich der gewünschte Erfolg einstellt.

  • Wie viel Streuverlust entsteht?

Von den Menschen, die Ihre Anzeige erreicht, gehören nicht alle zu Ihrer Zielgruppe. Überlegen Sie daher auch immer, wie viel Streuverlust Sie haben. Am besten inserieren Sie in einer zielgruppenspezifischen Publikation. Geht es um Leistungen für Menschen mit einer bestimmten Erkrankung, entscheiden Sie sich zum Beispiel für eine Veröffentlichung in der Mitgliederzeitschrift eines entsprechenden Vereins oder Verbands.

Tipp: Überprüfen Sie, wo Sie Angebote listen lassen können, zum Beispiel bei der Zentralen Prüfstelle Prävention. Zertifizierte Kurse erscheinen hier in den Kursdatenbanken der Krankenkassen zusammen mit einem Hinweis bzgl. der Kostenübernahme für die Versicherten.

Selbst zum Thema werden

Eine preiswertere Alternative oder Ergänzung zu Anzeigen ist es, selbst zum redaktionellen Content zu werden, sprich die Medien dazu zu bringen, über die Praxis zu berichten. Wie Sie das erreichen, lesen Sie weiter unten beim Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Flyer und Broschüren geschickt einsetzen

Ein wenig oldschool aber immer noch ein probates Marketing-Instrument, um auf die Praxis und/oder (neue) Leistungen aufmerksam zu machen. Tipp: Legen Sie Flyer und Broschüren nicht nur in der Praxis aus. Sie können das Werbematerial auch an anderen Orten, etwa Arztpraxen, Apotheken, in Kindertagesstätten oder Vereinen platzieren – und natürlich online über Ihre Website und Social Media Kanäle verbreiten. Auch hier sind die zentralen Fragen: Wer ist meine Zielgruppe? Wo kann ich sie erreichen?

Wichtig: Flyer und Broschüren sind ebenso wie Visitenkarten Ihr Aushängeschild und der erste Eindruck, den neue Patienten von der Praxis bekommen. Achten Sie darum auf Qualität bei Material, Gestaltung und Inhalt. Tipps für den perfekten Flyer lesen Sie in unserer nächsten up-Ausgabe.

2. Rund ums Internet: Website, Blog, Soziale Medien

Wie aus dem Leben, ist das Internet auch aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig ist die Gefahr aber auch groß, sich bei der Vielzahl an Möglichkeiten zu verzetteln. Denken Sie lieber darüber nach, was für Sie sinnvoll ist und wählen Sie gezielte Kommunikationswege aus. Sie müssen nicht überall dabei sein.

Gute Website ist ein Muss

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Jede Praxis braucht heute eine Website – um Patienten und jene, die es werden wollen, zu informieren. Achten Sie auf eine benutzerfreundliche Menüführung, gut lesbare Texte und ausreichend Bilder. Halten Sie die Seite zudem stets auf dem neusten Stand. Das erwarten Internetnutzer.

Wichtig: Eine Website ist nur so gut, wie ihr Ranking in den Suchmaschinen. Überprüfen Sie die Seite regelmäßig unter diesem Aspekt. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie in der nächsten up-Ausgabe.

Bloggen – für Google und die Leser

Website-Inhalte sind meist eher statisch. Suchmaschinen mögen es aber gern, wenn sich etwas verändert und immer wieder neue Inhalte hinzukommen. Das lässt sich mit einem Blog umsetzen, den Sie in die Website integrieren. Hier schreiben Sie und Ihre Mitarbeiter regelmäßig kurze Artikel zu verschiedenen Themen. Wenn Sie sehr für ein Thema brennen und die nötigen Kapazitäten haben, können Sie den Blog auch als eigenständige Seite führen. Aber auch hier kommt es darauf an, regelmäßig etwas zu veröffentlichen, um das Interesse der Leser zu behalten.

Tipp: Gastbeiträge

Um sich auf einem bestimmten Gebiet als Experte zu etablieren, können Sie bekannten Blogs Gastbeiträge von sich anbieten. So nutzen Sie deren Reichweite für das eigene Marketing. Nicht vergessen: unbedingt einen Link zur eigenen Website platzieren.

Social Media-Kanäle

Facebook, Twitter, Instagram, aber auch Xing, LinkedIn und Youtube benutzen viele Menschen mehrmals täglich. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Kanäle sich auch zum Marketing eignen – jedenfalls nicht unter allen Umständen. Wie bereits oben erwähnt, ist es wichtig, nicht überall ein bisschen unterwegs zu sein, sondern sich auf einen – wenn es die Kapazitäten zulassen auch zwei oder mehr – Dienste zu konzentrieren.

Vorteile des Social Media-Marketing

  • Sie können mit Ihrer Zielgruppe direkt in Kontakt treten.
  • Bei der Bandbreite an Kanälen ist für jeden Bedarf etwas dabei: Videos bei Youtube, Austausch in beruflichen Netzwerken über Xing und LinkedIn, aber auch in Facebook-Gruppen, etc.
  • Budgetfreundlich – meist kostet die Nutzung nichts bzw. nur für Premium-Accounts.
  • Zielgruppengenau – wer sich damit beschäftigt und etwas recherchiert, kann seine Zielgruppe, zumindest die internetaffinen, recht treffsicher erreichen, etwa in Facebook-Gruppen oder durch entsprechende Hashtags (#) bei Twitter und Instagram.

Mehr dazu finden Sie auch in Ausgabe 9-2018. Dort geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Social Media-Kanäle, wie sie funktionieren und wen Sie damit erreichen.

Lese-Tipp: Welche Fehler häufig beim Social-Media-Marketing gemacht werden und wie Sie sie vermeiden, haben wir Ihnen in Ausgabe 1-2019 vorgestellt.

 

3. Presse-/Öffentlichkeitsarbeit: Pressemeldung, eigene Beiträge, Vorträge, Kooperationen, …

Ziel des Marketings ist es, Ihre Zielgruppe über Ihre Leistungen zu informieren und Sie zu sich in die Praxis zu holen. Das gelingt besonders gut, wenn Sie Multiplikatoren nutzen, zum Beispiel die Presse, Funk und Fernsehen. Zum Beispiel so:

  • Pressemeldungen sind kurze Text, maximal eine Seite, die zu einem aktuellen Anlass informieren. Gerade Lokalzeitungen greifen gern darauf zurück, wenn es um ein interessantes und aktuelles Thema geht. Wichtig ist: Der Köder muss dem Fisch schmecken! Überlegen Sie sich also, wie Sie Ihre Marketing-Botschaft so verpacken, dass es die Leser der jeweiligen Publikation anspricht. Dabei ist es manchmal von Vorteil, keine konkreten Leistungen zu nennen, sondern zu aktuellen Themen nützliche Informationen (news to use) für die Leser zu bieten. Ein Verweis auf Sie und Ihre Praxis am Ende, lotst die Patienten zu Ihnen.
  • Interviewpartner sein: Immer wieder suchen Redakteure nach Experten. Stellen Sie sich für Interviews und Statements zur Verfügung. Dazu fügen Sie am Ende einer Pressemeldung einen entsprechenden Hinweis und Ihre Kontaktdaten ein. Wenn möglich können Sie auch selbst Kontakt zu den entsprechenden Redaktionen aufnehmen. Hier ist man für fachliche Ansprechpartner, mit denen eine schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit möglich ist, sehr dankbar. Je nach Ihrer fachlichen Ausrichtung ist von der Lokalzeitung über Frauen- und Seniorenmagazinen bis Gesundheitsmagazinen in TV und Radio alles denkbar. Trauen Sie sich!
  • Eigene Artikel als Gastbeiträge sind eine weitere Möglichkeit, Ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Machen Sie Themenvorschläge und besprechen Sie vorab Inhalt und Zielgruppe, damit Sie einen passenden Text anfertigen können. Falls Sie eine Anzeige schalten, verhandeln Sie, dass Sie zudem auch einen eigenen Artikel als Fachautor liefern dürfen. Dieser sollte Ihre Ziele verfolgen, sich in der Sprache aber deutlich von einer Anzeige unterscheiden und nicht zu werblich formuliert sein.
  • Vorträge sind ebenfalls gut dazu geeignet, mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Sie können dazu in die eigene Praxis einladen oder mit Einrichtungen kooperieren. Informieren Sie in der Seniorenresidenz zur Sturzprophylaxe, bietet das zugleich die Gelegenheit, auf die eigenen Kurse dazu hinzuweisen.

Tipp: Galentine’s Day statt Valentine’s Day

Planen Sie eine Veranstaltung, teilen Sie dies auch immer den lokalen Medien mit. So sparen Sie sich häufig das Geld für eine Anzeige und mit etwas Glück erscheint sogar ein Mitarbeiter, um über Ihr Event zu berichten. Das ist besonders wahrscheinlich, wenn Sie etwas ausgewöhnliches bieten. Stellen Sie im Februar zum Beispiel nicht wie alle den Valentinstag in den Fokus, sondern den Galentine’s Day am 13. Februar. Ein relativ neuer „Feiertag“ bei dem gilt: Sisters before Misters. Es stehen also nicht die Partner, sondern die Freundinnen im Mittelpunkt.

4. Veranstaltungen und Aktionen zu besonderen Anlässen

Über das Jahr verteilt gibt es unzählige Aktionstage, die sich als Anlass für besondere Marketing-Events heranziehen lassen. Neben Gesundheitstagen zählen natürlich auch Feiertage wie Weihnachten und Ostern oder auch Mutter- und Valentinstag dazu. Hier sprechen Sie allerdings weniger die Zielgruppe direkt an, sondern vielmehr diejenigen, die zum jeweiligen Anlass ein Geschenk suchen. Das ist bei der Gestaltung der Marketing-Aktion natürlich zu beachten.

Vorteile von Aktionstagen

Aktionstage ins Marketing einzubauen, hat gleich mehrere Vorteile – und ganz nebenbei schonen Sie damit auch Ihr Budget:

  • Größere Aufmerksamkeit der Patienten: Durch den bundesweiten oder gar internationalen Charakter der Aktionstage werden diese oftmals bereits im Voraus in den Medien angekündigt. Sie sind damit bereits im Bewusstsein der Zielgruppe, ohne dass die Praxis selbst aktiv werden musste. In manchen Fällen ist es auch möglich, die eigene Veranstaltung in einem zentralen Kalender zu veröffentlichen. Auch das erhöht Aufmerksamkeit und Reichweite.
  • Gesteigertes Medieninteresse: Lokalzeitungen, aber auch Radio- und TV-Programme greifen gern auf aktuelle Aktionstage zurück. Bieten Sie dazu ein besonderes Event, haben Sie gute Chancen, Medien als Multiplikatoren zu gewinnen. Wichtig: Die Aktionstage wiederholen sich jährlich. Je außergewöhnlicher Ihre Idee, desto größer die Chance, damit eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Oder Sie setzen gleich auf einen kuriosen Feiertag. Da ist dann auch die Konkurrenz nicht so groß.
  • Kostenloses Material: Vereine, Verbände, Fachgesellschaften, etc. stellen zu Aktionstagen häufig kostenloses Marketing-Material zur Verfügung. Damit lassen sich Zeit und Geld sparen. Natürlich verwenden auch andere die gleichen Poster und Flyer, gleichzeitig geht damit aber auch ein größerer Wiedererkennungswert einher.
  • Fester Zeitplan: Marketingmaßnahmen gehen oft im Alltag unter. Wenn es dann kein festes Datum für eine Aktion gibt, wird sie schnell immer wieder verschoben. Sich auf bestimmte Aktionstage festzulegen, beugt dem vor.

Wir haben Ihnen hier eine Übersicht der vielen Aktions- und Gesundheitstage zusammengestellt. Darin finden Sie auch ein paar kuriose „Feiertage“. Diese sind weniger bekannt und werden mit einem Augenzwinkern begangen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, heben Sie sich von der Masse ab und bieten Ihrer Zielgruppe etwas Abwechslung.

Außergewöhnliche Events

Wie wäre beispielsweise der Tag der Geschwister. Hier haben Sie sogar die Auswahl zwischen dem 10.4. (weltweit) und dem 31.5. (europaweit). Überlegen Sie sich besondere Angebote für Geschwister, etwa ein Wellness-Angebot für Zwei. Um den Stress etwas zu verteilen, können Sie auch eine Aktionswoche daraus machen. Die Aktionstage sind nur Anregungen, lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und fragen Sie auch die Mitarbeiter nach guten Ideen. Dadurch gewinnt die unvermeidbare Mehrarbeit gleich an Akzeptanz.

Tipp: Jahresplan erstellen

Nutzen Sie die Übersicht, um sich passende Aktionstage herauszusuchen und einen Marketing-Terminplan für die kommenden zwölf Monate oder bis Ende 2019 zu erstellen. So lassen sich die verschiedenen Maßnahmen gleichmäßig über das Jahr verteilen. Vorteil: Die Praxis bleibt kontinuierlich im Gespräch und Sie haben alles im Blick.


Außerdem gehören diese Artikel zum Themenschwerpunkt Marketingplan:

Marketing nach Plan: Strategien, Instrumente, Termine

Der Grundstein des Erfolgs: In 5 einfachen Schritten zum maßgeschneiderten Marketingplan

Aktionstage im Jahresverlauf: Von Januar bis Dezember für jede Praxis die passende Idee

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