up|unternehmen praxis

Ausgabe 01/2021

Schwerpunkt: Lasst uns reden! Leitfaden für gute und erfolgreiche Mitarbeitergespräche

Faktisch, informativ, ideenreich. Der interdisziplinäre Newsletter für Heilmittelerbinger “up|unternehmen praxis” bringt Sie über die aktuelle Gesundheits- und Berufspolitik, betriebswirtschaftliche Themen, sowie Abrechnungs- und Praxismanagement auf den neuesten Stand.

Reden ist Gold

Ein Büro in den 60er Jahren. Eine Frau sitzt an der Schreibmaschine, eine zweite kommt herein. „So, dem habe ich es aber gegeben“, sagt die eine. „Wem?“, fragt die andere. „Dem Chef! So eine Frechheit, so eine Unverschämtheit! Und weißt du was? Jetzt gehe ich. Ich lasse mir ja nicht alles gefallen“, sagt die eine aufgebracht und weint. Die Kollegin rät ihr zu „Frauengold“. Völlig besänftigt und demütig geht die Dame zurück zu ihrem Chef: „Es war mein Fehler, Herr Direktor.

Ich hatte nicht aufgepasst. Ich möchte mich dafür entschuldigen.“ „Frauengold nehmen. Und man kann über den Dingen stehen und objektiver urteilen.“ – so lautete der damalige Werbeslogan. Soll bedeuten: Der „Zaubertrank“ brachte die in den 60er Jahren als unvernünftig und emotional geltenden Frauen wieder auf den richtigen Weg. Heute heißt das Zauberwort nicht Frauengold, sondern schlichtweg: Reden! In regelmäßig stattfindenden Mitarbeitergesprächen können akute Probleme ebenso besprochen werden wie die Entwicklung des Mitarbeiters, seine Perspektiven in der Praxis und neue Zielvereinbarungen.

Kommt es auch in Ihrer Praxis einmal zu einer Krise – unabhängig von der aktuellen Pandemie-Situation – verabreichen Sie Ihren Mitarbeitern bitte kein Frauengold, sondern vereinbaren Sie einen Termin für ein Gespräch. Häufig finden klassische Mitarbeitergespräche mindestens einmal im Jahr, bei Bedarf natürlich auch öfter statt. Denken Sie daran, dass diese Treffen für alle Beteiligten Vorteile haben – auch für Sie als Führungskraft.

Vermeiden Sie zudem typische Fehler wie Zeitdruck, einen Monolog Ihrerseits, zu viele Emotionen und die klassischen Du-Botschaften. Wie Sie ein gutes Mitarbeitergespräch führen, vor- und nachbereiten, lesen Sie in dem Themenschwerpunkt dieser Ausgabe.

Bleiben Sie kommunikativ und natürlich gesund.

up Magazin für Therapeuten 01/2021
Blick ins Heft...
Mit den besten Grüßen
Katharina Münster
Katharina Münster, Autorin bei up | unternehmen praxis
Mehr über Katharina Münster...
Was noch im Heft ist, wir aber nicht erwähnt haben…
  • … ist ein Interview mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus zu Direktzugang, Selbstverwaltung und Akademisierung in der Heilmittelbranche.
  • … ist ein Verordnungs-Check zu Muster 13 und Z13. Wir zeigen, was ab jetzt auf den Verordnungen stehen muss.
  • … ist ein Interview mit der 1. Vorsitzendenden von LOGO Deutschland e. V. Diethild Remmert zum vorliegenden Rahmenvertragsentwurf für die Logopädie.

Schwerpunktartikel in dieser Ausgabe

© iStock: Deagreez

Sechs typische Fehler bei Mitarbeitergesprächen

Gibt es einen Grund für ein Mitarbeitergespräch, steht dem sofortigen Zusammen…

© iStock: demaerre

Die vier wichtigsten Anlässe für Gespräche

Einstieg, Kerngespräch und Ende: Wer sich an dieses Schema hält, schafft die b…

Foto von Mann, der virtuelle Kästchen abhakt © iStock: Peshkova

Eine gute Vorbereitung ist alles

Damit das Mitarbeitergespräch erfolgreich abläuft, bedarf es einer gewissenhaf…

© valentinrussanov

Zusammen die Zukunft gestalten

Stürmische Zeiten führen zwangsweise zu Entscheidungen, die auch das Angestell…

© iStock: mediaphotos

Mitarbeitergespräche nachbereiten und reflektieren

Ganz egal, wie voll Ihr Terminkalender für den Tag noch ist oder wie froh Sie s…

© insta_photos

Smalltalk, Kerngespräch, Ende

Damit das Mitarbeitergespräch erfolgreich abläuft, bedarf es einer gewissenhaf…

© SeventyFour

Suchen Sie den Dialog

Ein Mitarbeitergespräch geht weit über die Routinekommunikation hinaus. Es ist…

Weitere Artikel in dieser Ausgbe zum Beispiel...

© iStock: Markus Seidel

Kurz vor Schluss: Die Fantastischen Vier im Einsatz für mehr Freiheiten

Jens Spahn, Christian Drosten, Armin Laschet und Markus Söder? Karl Lauterbach, Jonas Schmidt-Chanasit, Michael Kretschmer und Sandra Ciesek? Oder doch Angela Merkel, Manuela Schwesig, Boris Palmer und Hendrik Streek? – Nein, Donald Trump, Boris Johnson, Vladimir Putin und Jair Bolsonaro! Das müssen sie sein, die Fantastischen Vier, die für mehr Freiheiten trotz Corona sorgen wollen. Beim Bekämpfen der Pandemie haben letztere zwar alles andere als eine glänzende Bilanz vorzuweisen, aber das hält sicher keinen der Herren davon ab, sich selbst „fantastisch“ zu finden.

© fizkes

Themenschwerpunkt 1.2021: Lasst uns reden!

Als das Coronavirus Einzug in unseren Alltag genommen hat und mit ihm viele Veränderungen, setzten viele Praxisinhaber Mitarbeitergespräche ganz automatisch als das ein, was sie sind: ein effektives Führungsinstrument. Sie boten besonders in der Anfangszeit der Pandemie den nötigen Raum, um die Mitarbeiter über aktuelle Entwicklungen zu informieren, sie auf bevorstehende Veränderungen vorzubereiten, aber auch, um Sorgen und Ängste wahrzunehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Im „normalen“ Alltag hingegen sieht das ganz anders aus, Mitarbeitergespräche bekommen oft nicht die nötige Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Zeit, das zu ändern!

© schmolzeundkühn

Zahnärzte Vordruck 9 (Z13): Vorderseite

Wir zeigen Ihnen, wie die einzelnen Felder der Verordnung Vordruck 9 (Z13) (Vorderseite) auszufüllen sind und markieren dort, wo möglich, die Korrekturoptionen gemäß Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte (Stand: 17.12.2020).

© © Pflegebevollmächtigter, Fotograf Holger Gross

„Ich kann nicht verstehen, warum ich mit meinen Rückenschmerzen nicht selbst zu einem Physiotherapeuten gehen kann“

Andreas Westerfellhaus ist seit 2018 Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege. Damit ist er Ansprechpartner für alle in der Pflege Beteiligten und setzt sich für die Interessen der Pflegebedürftigen im politischen Raum ein. Westerfellhaus, der selbst den Pflegeberuf von Grund auf erlernt hat, war von 2009 bis 2017 Präsident des Deutschen Pflegerats und von 2000 bis 2018 als Geschäftsführer der ZAB – Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen GmbH tätig.

© Arne Sattler

„Schutz vor Vereinsamung ist genauso wichtig, wie Schutz vor dem Virus“ – Therapie in Zeiten der Pandemie

Hygienemaßnahmen und möglichst wenige Kontakte – so lässt sich eine Ansteckung mit Covid-19 am besten verhindern. Im Lockdown im Frühjahr hat das u.a. dazu geführt, dass Menschen in Pflegeheimen keinen Besuch mehr bekommen konnten. Das verringert zwar die Ansteckungsgefahr, hat aber auch negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen. Wir haben mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, darüber gesprochen, wie es gelingen kann, eine erneute Abschottung der Pflegeheime zu verhindern – und warum das so wichtig ist.

© Diethild Remmert

„Unsere Mitglieder entscheiden, ob wir dem Rahmenvertragsentwurf zustimmen“

Mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) erhielten die maßgeblichen Heilmittelverbände die Chance, erstmals bundesweite Rahmenverträge zu verhandeln, die darauf abzielen, die Situation der Praxen in der ambulanten Versorgung zu verbessern. Ein Rahmenvertragsentwurf für die Logopädie lag Mitte Dezember vor. Ob LOGO Deutschland e. V. Selbstständige in der Logopädie als maßgeblicher Verband diesem zustimmt – und damit auch den neuen Preisen – entschieden die Mitglieder des Verbands. Diethild Remmert, erste Vorsitzende von LOGO Deutschland e. V., hat uns Einblicke in die Historie dieses Vorgehens und den Ablauf der aktuellen Abstimmung gegeben.

© schmolzeundkühn

Verordnungs-Check: Muster 13

Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser up-Ausgabe (17. Dezember 2020) sind die meisten Rahmenverträge (bis auf die der Podologen) noch nicht endgültig beschlossen. Entweder, weil sich die betreffenden Verbände nicht einig sind, oder, weil die Entscheidung der Schiedsstelle noch aussteht. Spätestens am 4. Januar 2021 werden die neuen Verordnungen Ärzte Muster 13 und Zahnärzte Vordruck 9 (Z13) jedoch in den Heilmittelpraxen vorliegen. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns daher dazu entschlossen, Ihnen trotz dieser Datenlage vorab den Verordnungs-Check für das Muster 13 an die Hand zu geben.

„Sie sprechen für uns und über uns, aber keiner spricht mit uns“

Unsicherheiten während der Corona-Pandemie, uneinheitliche Informationspolitik und Verbände, die nur einen kleinen Teil der Therapeuten vertreten – das sind Probleme, die man mit einer Therapeutenkammer umgehen könnte, meint Olav Gerlach, Physiotherapeut aus Kellenhusen in Schleswig-Holstein. Er erzählt uns, warum er eine solche Selbstverwaltung für wichtig hält.

© svetikd

Im Pflegeheim behandeln? – Sicher!

„Besuche sicher ermöglichen“ ist der Titel einer Handreichung zu Besuchskonzepten in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege, die der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, kürzlich herausgegeben hat. Sie soll dazu dienen, Bewohnern von Pflegeheimen weiterhin den Kontakt mit Besuchern zu ermöglichen und sie gleichzeitig bestmöglich vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen. Die Handreichung ist nicht rechtlich bindend. Dennoch können sich Therapeuten, denen der Zugang zu Pflegeeinrichtungen verwehrt wird, auf die von Experten zusammengestellten und vom RKI gestützten Empfehlungen berufen, um ihren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen.

© iStock: a-wrangler

Teilzeitarbeit ist auch während der Elternzeit möglich

Auch in der Elternzeit kann ein Mitarbeiter in Teilzeit weiterarbeiten. Nach § 15 Abs. 4 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) ist eine Teilzeitbeschäftigung zwischen 15 und 30  Stunden pro Woche im Durchschnitt eines Monats erlaubt.

© schmolzeundkühn

Zahnärzte Vordruck 9 (Z13): Rückseite

Wir zeigen Ihnen, wie die einzelnen Felder der Verordnung Vordruck 9 (Z13) (Rückseite) auszufüllen sind (Stand: 17.12.2020).

© schmolzeundkühn

Ärzte Muster 13: Rückseite

Wir zeigen Ihnen, wie die einzelnen Felder der Verordnung Muster 13 (Rückseite) auszufüllen sind (Stand: 17.12.2020).

© schmolzeundkühn

Ärzte Muster 13: Vorderseite

Wir zeigen Ihnen, wie die einzelnen Felder der Verordnung Muster 13 (Vorderseite) auszufüllen sind und markieren dort, wo möglich, die Korrekturoptionen gemäß Heilmittel-Richtlinie (Stand: 17.12.2020).

Datenschutz?…! Besuch vom Datenschützer

Von Niels Köhrer, externer Datenschutzbeauftragter für up|plus-Kunden Was könnte das – vorsichtig formuliert – bescheidene Jahr 2020 noch abrunden? Ein unangekündigter Besuch von Datenschützern, die einem Datenschutzverstoß nachgehen wollen.

© Anne Jarck

Wirtschaftliche Lage der Heilmittelpraxen

Willkommen in 2021! Hinter uns liegt ein Jahr, das von der Corona-Pandemie überschattet wurde und viele Menschen verunsichert hat – privat, aber auch beruflich. Auch an Heilmittelpraxen geht die Pandemie nicht spurlos vorüber. Daher möchten wir von Ihnen wissen, wie Sie das letzte Jahr wirtschaftlich erlebt haben. Terminabsagen aufgrund von Quarantäne oder einer Angst vor Infektion, steigende Kosten für vorgeschriebene Hygienemaßnahmen und ein höherer Krankenstand beim Personal dürften auch die Ausgaben Ihrer Praxis in die Höhe getrieben haben, oder? Lassen Sie es uns bitte wissen!

© Svetikd

Rahmenvertragsentwurf: Ja oder nein?

Am 14. Dezember 2020 lag LOGO Deutschland e. V. der endgültige Rahmenvertragsentwurf vor. Der Vorstand hat diesen inklusive aller Anlagen kommentiert und neben einer nicht kommentierten Version frei zugänglich auf der Website veröffentlicht – als Entscheidungshilfe für seine Mitglieder, ob sie zustimmen oder nicht, aber auch für Nichtmitglieder, die sich eine differenziertere Meinung bilden möchten. Im Rahmen von zwei Webkonferenzen (15. und 16. Dezember) konnten die Mitglieder dann Fragen zum (Vertrags-)Entwurf zu stellen. Wir waren beim ersten Treffen dabei und geben Einblicke, welche Themen besonders bewegt haben.

© PeopleImages

Telemedizinische Betreuung auch bei rheumatoider Arthritis möglich

Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) können auch telemedizinisch betreut werden.  Einer US-Studie zufolge verbesserte sich der funktionelle Status der Patienten nach zwölf Monaten. Kurzfristig gab es aber keine signifikanten Unterschiede bei den meisten Ergebnis- und Qualitätsmaßnahmen zwischen den Telemedizin-Patienten und denen, die persönlich betreut wurden.

© iStock: Kanawa_Studio

Leitlinie zur Querschnittlähmung empfiehlt Physio- und Ergotherapie

Unter Federführung der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) ist kürzlich die S2e-Leitlinie „Verbesserung der Funktionsfähigkeit der oberen Extremitäten bei zervikaler Querschnittlähmung“ erschienen. Darin steht u.a. die Zusammenarbeit von Physio- und Ergotherapeuten in einem multidisziplinären Team sei von zentraler Bedeutung.

© iStock: Doucefleur

GKV-Finanzen: Heilmittelausgaben um vier Prozent gestiegen

Die Heilmittelausgaben sind in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 um vier Prozent gestiegen. Das geht aus den jetzt vorgelegten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Entwicklung der GKV-Finanzen hervor. Die Ausgaben für Heilmittel beliefen sich auf rund 6,81 Milliarden Euro, etwa 248 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt machen sie etwa drei Prozent der Gesamtausgaben aus.

© iStock: Igor Stevanovic

G-BA verlängert telefonische Krankschreibung bis 31. März 2021

Aufgrund der anhaltend hohen Covid-19-Infektionszahlen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung um drei Monate verlängert, wie er gestern (3. Dezember 2020) mitteilte. Bis 31. März 2021 können Ärzte Patienten, die unter leichten Atemwegserkrankungen leiden, nun weiterhin telefonisch bis zu sieben Tage krankschreiben. Auch eine Folgebescheinigung der Arbeitsunfähigkeit kann für weitere sieben Tage per Telefon erfolgen.

© iStock: Nicola Katie

Andreas Pfeiffer (DVE) übernimmt ab 1. Januar 2021 den SHV-Vorsitz

Am 18. November 2020 wählte der SHV-Vorstand Herrn Andreas Pfeiffer (Deutscher Verband für Ergotherapie (DVE)) einstimmig zum neuen Vorsitzenden des SHV. Er übernimmt das Amt zum 1. Januar 2021 von Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).

© gece33

Kein Testkonzept für kostenlose Corona-Tests erforderlich

Praxisinhaber, die für sich und ihre Mitarbeiter einen kostenlosen Corona-Test in Anspruch nehmen möchten, müssen dazu kein Testkonzept beim zuständigen Gesundheitsamt einreichen. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Anfrage des Deutschen Bundesverbandes für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs) bestätigt. Die Praxen sollten sich bei den Gesundheitsämtern vor Ort informieren.