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2011 war Rekordjahr für Heilmittel

Heilmittel-Verordnungszahlen GKV-HIS deutlich verspätet und mit Lücken

2011 war Rekordjahr für Heilmittel

Die gerade veröffentlichten Zahlen der Krankenkassen zeigen es deutlich: 2011 war für die Heilmittel-Branche ein Rekordjahr – noch nie haben die Ärzte so viel verordnet und Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten so viel Leistungen abgerechnet. Das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr beträgt nach den aktuellen Daten rund 6,4 Prozent. Die Daten sind aber nur vorläufig – man müsse das Wachstum noch einmal nach oben korrigieren, meldet die GKV. Und das, obwohl die aktuellen Daten bereits vier Wochen zu spät sind.

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Normalerweise soll die GKV die Daten zur Heilmittelverordnung rund 15 Wochen nach Abschluss eines Quartals liefern. So ist es zwischen Kassen und Ärzten vereinbart. Jetzt haben die Kassen die Daten mit vierwöchiger Verspätung unter www.gkv-his.de veröffentlicht und dann auch noch unvollständig. „Auf Grund von Lieferstörungen einer datenliefernden Stelle ist das Umsatzvolumen tendenziell zu niedrig ausgewiesen“, kann man dem Deckblatt der veröffentlichten Berichte entnehmen. Man würde Nachlieferungen bei einer Neuproduktion der Berichte berücksichtigen.

Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass alle Daten aus dem GKV-HIS tendenziell zu niedrig sind. Das Umsatzwachstum wird also höher sein als 6,4 Prozent. Bezogen auf 1.000 Versicherte werden die Heilmittelumsätze sogar um mehr als 6,75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sein.

Trotzdem finden Sie hier einige Detaildaten – jedoch unter Vorbehalt: Wachstumsgewinner nach Bundesländern sind im Vergleich zum Vorjahr Sachsen-Anhalt (+13,8%), Mecklenburg-Vorpommern (+12,9%), Bremen (+11,6%) und Westfalen-Lippe (+10,7%). Das geringste Wachstum mussten Bayern (+2,8%), Baden-Württemberg (+3,7%), Schleswig-Holstein (+4,6%) und Berlin (+4,8%) hinnehmen – alle Zahlen bezogen auf die Heilmittelumsätze je 1.000 Versicherte.

Bei den absoluten Heilmittelumsätzen nach Fachgruppen gewinnen die Logopäden, gefolgt von den Ergo- und Physiotherapeuten. Logopäden wachsen in 2011 um mehr als 12%. Dabei liegen Berlin (+18,08%), Sachsen-Anhalt (+16,46%) und Brandenburg (+16,3%) ganz weit vorn. Schlusslichter sind Bayern (+7,57%), Schleswig-Holstein (+8,47%), Baden-Württemberg (+9,1%) und das Saarland (+9,5%).

Sehr unterschiedlich haben sich die Umsätze in 2011 bei den Ergotherapeuten entwickelt. Im Bund wachsen die Umsätze um 6,6%, aber bei den Entwicklungen in den Bundesländern kann man in einigen Regionen schon von „Stagnation“ sprechen. Baden-Württemberg (+1,6%), Bayern (+1,7%) und Schleswig-Holstein (+2,4%) bilden die Schlusslichter, während in Mecklenburg-Vorpommern (+13,9%), Sachsen-Anhalt (+11,8%) und Nordrhein (+11,5%) vielleicht auch das aufgeholt wird, was in früheren Jahren weniger verordnet wurde.

Physiotherapeuten wachsen in 2011 zwar unterdurchschnittlich, aber doch auf einem akzeptablen hohen Niveau von 5,1%. In den einzelnen Bundesländern sieht das allerdings deutlich anders aus. Bremen (+12,42%), Sachsen-Anhalt (+11,69%) und Mecklenburg-Vorpommern (+10,59%) wachsen zweistellig und holen Einbußen aus den Vorjahren langsam ein. Dagegen müssen sich Bayern (+1,81%), Baden-Württemberg (+2,73%) und Berlin (+3,06%) mit vergleichsweise geringem Wachstum zufrieden geben, das preis- und inflationsbereinigt zu einem Rückgang wird.

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Barbara
15.05.2012 8:35

… ist das vielleicht der Grund, warum wir in diesem… Weiterlesen »

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