up|unternehmen praxis

Ausgabe 11/2021

Schwerpunkt: Aktiv werden – so nehmen Sie jetzt Einfluss auf die Gesundheitspolitik

Faktisch, informativ, ideenreich. Der interdisziplinäre Newsletter für Heilmittelerbinger “up|unternehmen praxis” bringt Sie über die aktuelle Gesundheits- und Berufspolitik, betriebswirtschaftliche Themen, sowie Abrechnungs- und Praxismanagement auf den neuesten Stand.

Jetzt politisch Einfluss nehmen

Die Bundestagswahl ist vorüber, die Sondierungsgespräche zwischen SPD, den Grünen und FDP sind geführt. Der nächste Step sind die Koalitionsverhandlungen, die nun aufgenommen werden sollen. In diesen Verhandlungen werden in der Regel die Grundlagen für die spätere Politik der neuen Regierung gelegt. Jetzt ist also der ideale Zeitpunkt, um noch Einfluss zu nehmen. Wenn Sie sich für die Belange der Heilmittebranche einsetzen möchten, raten wir Ihnen: Nehmen Sie Kontakt zu dem frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises auf. In dieser Ausgabe erhalten Sie eine Art Leitfaden: Wie finde ich die Gewinner der Wahlkreise überhaupt? Wie kontaktiere ich den Abgeordneten am besten? Was schreibe ich ihm? Welche Argumente bringe ich an? Und was mache ich, wenn ich es schaffe, ein persönliches Gespräch zu vereinbaren?

In dieser Ausgabe möchten wir zudem einen Blick auf die neuen Abgeordneten des Bundestages werfen. Wer vertritt in dieser Legislaturperiode die Belange der Heilmittelerbringer? So viel verrate ich Ihnen schon einmal vorab: Leider sitzt kein Heilmittelerbringer mehr im Deutschen Bundestag – wenn auch einige mit gesundheitspolitischem Hintergrund bzw. beruflicher Erfahrung. Wir möchten uns daher noch einmal bei Dr. Roy Kühne (CDU) bedanken, der sich in den letzten acht Jahren für die Therapeuten eingesetzt hat, nun zwar leider nicht wieder in den Bundestag einzieht, uns aber in einem Interview verspricht, politisch weiter aktiv zu bleiben.

Viel Spaß beim Lesen der Ausgabe und haben Sie einen erfolgreichen Monat.

up Magazin für Therapeuten 11/2021
Blick ins Heft...
Mit den besten Grüßen
Katharina Münster
Katharina Münster, Autorin bei up | unternehmen praxis
Mehr über Katharina Münster...
Was noch im Heft ist, wir aber nicht erwähnt haben…
  • … ist die Tatsache, dass der GKV-Spitzenverband und die Heilmittelverbände die gesetzlichen Vorgaben ignorieren. Bis zum 30. September 2021 sollten sie einen Vertrag über die „Blankoverordnung“ schließen – passiert ist nichts.
  • … sind Tipps, worauf Sie achten müssen, wenn Sie für Ihr Team dieses Jahr endlich einmal wieder eine Weihnachtsfeier ausrichten möchten.
  • … ist das Thema Präventionskurse. Zwei Physiotherapeutinnen geben Tipps und berichten über ihre Erfahrungen in Sachen Zertifizierung.

Weitere Artikel in dieser Ausgbe zum Beispiel...

© iStock: anyaberkut

GKV-Spitzenverband veröffentlicht überarbeiteten FAK mit geringen Änderungen

Der Fragen-Antworten-Katalog für die Physiotherapeuten ist mit Datum 12. Oktober 2021 jetzt zum dritten Mal aktualisiert worden (wir berichteten). Bei insgesamt 14 neuen Fragen haben sich GKV-Spitzenverband und Heilmittelverbände der Physiotherapeuten auf entsprechende Antworten geeinigt. Die Fragen sind neu nummeriert und gegliedert worden.

© iStock: Circle Creative Studio

GMK setzt tägliche Testpflicht für immunisierte Beschäftigte aus

Laut § 28b Absatz 2 des IfSG dürfen Beschäftigte von u. a. Therapiepraxen diese nur mit einem negativen Testnachweis betreten – und zwar unabhängig vom Immunitätsstatus. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat heute (25. November 2021) beschlossen, diese Regelung für vollständig Immunisierte auszusetzen. Das betreffe auch die Dokumentations- und Berichtspflichten, heißt es in dem Beschluss.

Foto von Mann, der virtuelle Kästchen abhakt © iStock: Peshkova

Leitfaden: 3G am Arbeitsplatz

Stand 24.11.2021. Ab Mittwoch, dem 24. November 2021, gilt am Arbeitsplatz 3G. Alle Mitarbeiter (und auch Sie selbst) müssen dann entweder geimpft, genesen oder getestet sein. Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, die Einhaltung täglich zu kontrollieren. Das Bundesministerium für Gesundheit hat ein FAQ mit wichtigen Aspekten dazu herausgebracht. Wir zeigen Ihnen die für Sie besonders relevanten Punkte.

© iStock: SvetaZi

Aktion „5-Euro-Haus“ hilft Hochwasser-Opfern im Ahrtal

Auch Monate nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal leiden die Menschen immer noch unter den Folgen. Doch es gibt Initiativen, die den Betroffenen beim Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser helfen. Ein Hilfsprojekt ist das „5-Euro-Haus“. Mit einem Beitrag von fünf Euro und mehr kann jeder die Menschen vor Ort unterstützen.

© iStock:Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu

Neues Online-Infoportal zum Thema Depression bei Kindern

Kürzlich wurde in Deutschland „ich bin alles“, ein wissenschaftlich fundiertes digitales Infoportal zum Thema Depression und psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter, gestartet. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Depression, an nicht Erkrankte sowie an Eltern.

© Kiwis

ZiMMT-Kongress vom 20. bis 27. März 2022 in digitaler Form

Unter dem Motto „PRAXIS braucht WISSENSCHAFT braucht PRAXIS“ findet vom 20. bis 27. März 2022 digital der 9. gemeinsame Kongress des Zirkels für Manuelle Medizin und Entwicklungstherapie (ZiMMT), der Charité Berlin und des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) in Berlin statt. Die wechselseitige Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis ist eine wesentliche Voraussetzung der medizinischen Arbeit, heißt es auf der Kongress-Website.

© gremlin

Süddeutscher Logopädietag am 30. Januar 2022 in Stuttgart

Der Berufsverband LOGO Deutschland e. V. wird auch im Jahr 2022 einen logopädischen Fortbildungstag im Rahmen der Messe TheraPro in Stuttgart anbieten. Der Süddeutsche Logopädietag findet am 30. Januar 2022 von 9 bis 16 Uhr statt. Die Vorträge befassen sich mit den Bereichen Dysphagie, Stimme und ICF-Modell. Für die Veranstaltung werden sechs Fortbildungspunkte vergeben.

© gremlin

BEAUTY Düsseldorf vom 4. bis 6. März 2022

Nach zweijähriger coronabedingter Pause öffnet die BEAUTY Düsseldorf vom 4. bis 6. März 2022 (9 bis 18 Uhr) wieder ihre Tore. Die führende Leitmesse der Branche in Deutschland teilt sich in die Ausstellungsbereiche Kosmetik, Fuß, Nagel, Wellness und Spa auf.

© iStock: Circle Creative Studio

Corona: Kostenlose „Bürgertests“ wieder eingeführt

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen haben seit dem 13. November wieder alle Menschen (auch ohne Krankheitssymptome) mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenfreien Antigen-Schnelltest (PoC-Test) – und zwar unabhängig vom Impf- und Genesenenstatus.

© iStock: Gearstd

Podcast: Steht der GKV-Spitzenverband eigentlich über dem Gesetz?

Bis Ende September sollten die Heilmittelverbände und der GKV-Spitzenverband die Rahmenbedingungen für die Blanko-Verordnung festlegen. Die Frist ist verstrichen – wie so viele. Das Gesetz sieht nun vor, dass die Schiedsstelle übernimmt und bis Jahresende per Schiedsspruch entscheidet. Nun hat – so hört man – der GKV-Spitzenverband bei der Schiedsstelle angefragt, ob sie ihre Entscheidung nicht einfach um ein Jahr nach hinten schieben könne. Muss man sich also gar nicht an Gesetze und die darin festgelegten Fristen halten?

© Roman Stavila

Aktiv werden – so nehmen Sie jetzt Einfluss auf die Gesundheitspolitik

Die Bundestagswahl ist vorbei, die Koalitionsverhandlungen laufen, und bald beginnt die Regierungsarbeit – was kommen wird, ist noch unklar. Klar ist aber, dass gerade der richtige Zeitpunkt ist, um auf die Belange der Heilmittelbranche aufmerksam zu machen. Der Moment ist ideal, um aktiv zu werden! Denn die frisch gewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages sollen sich jetzt dafür einsetzen, dass Vorschläge, Wünsche und Forderungen von Heilmittelerbringern Teil des Koalitionsvertrages werden. Sie wollen etwas für sich und Ihre Branche tun? Na dann los!

© iStock: nasenmann

Schlaganfall: Weltweit immer mehr jüngere Menschen betroffen

Seit Jahren nimmt die Zahl der Schlaganfälle weltweit zu. Sie stieg zwischen 1990 und 2019 um rund 70 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 43 Prozent. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen GBD-Studie (Global Burden of Diseases), die kürzlich in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Bemerkenswert sei dabei der Anstieg von Schlaganfällen in Niedriglohnländern sowie bei Menschen unter 70 Jahren, wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich des Welt-Schlaganfalltages am 29. Oktober mitteilte.

© PeopleImages

Innovationsforum Schmerzmedizin erstmals im Hybrid-Format

Das Innovationsforum Schmerzmedizin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) findet am 12. und 13. November 2021 erstmals als Hybrid-Kongress in Berlin statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung des DGS-Präsidenten Dr. Johannes Horlemann haben sowohl bis zu 100 Teilnehmer vor Ort (Mercury Hotel MOA Berlin) als auch digitale Teilnehmer die Möglichkeit, sich zu verschiedensten Aspekten der Schmerzmedizin fortzubilden.

Warnschild vor bewölktem Himmel © iStock: PointImages

Bei bestimmten Ultraschallgelen droht Gefahr einer Blutvergiftung

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor bakteriell verunreinigten Ultraschallkontaktgelen und -lotionen des kanadischen Herstellers Eco-Med Pharmaceuticals gewarnt. Bei ihnen wurde eine Kontamination mit Burkholderia cepacia complex festgestellt, der insbesondere bei immungeschwächten Menschen schwere Infektionen auslösen könne – bis hin zu Blutvergiftungen und zum Tod. Ausführliche Infos und eine Produktliste finden Sie auf der Website des BfArM.

© mmpile

Autismus – eine tägliche Herausforderung

Das Leben mit autistischen Kindern ist eine tägliche Herausforderung. Sie geraten oft schon wegen Kleinigkeiten aus der Fassung, und manchmal sieht es so aus, als ob das Kind einfach nicht hören will. Dem ist aber nicht so, weiß die Ergotherapeutin Daniela Küchemann, die seit 1998 mit Autisten arbeitet. Sie erleben ihre Welt anders als Menschen ohne Autismus. Oft stehen sie sich selbst im Weg, wenn sie Dingen begegnen, die nicht so sind, wie sie sie kennen. „Autistische Kinder müssen lernen zu lernen“, fasst die Therapeutin zusammen.

© galitskaya

Urteil: Keine Lohnsteuer für private Nutzung des Diensthandys

Nutzt ein Mitarbeiter sein Diensthandy auch privat, muss er dafür keine Lohnsteuer zahlen. Das gilt auch, wenn er zuvor sein Privathandy an seinen Chef verkauft hat – ganz gleich für welchen Preis. So hat das Finanzgericht München entschieden (Az.: 8 K 2656/19).

© ChuckSchugPhotography

Die Vorteile eines gemeinsamen Praxislooks

Stellen Sie sich vor, Sie sind Patient und betreten eine Therapiepraxis. Auf den ersten Blick fällt Ihnen auf, dass alle Mitarbeiter die gleichen Outfits tragen. Sie können also sofort sehen, wer zum Personal gehört und wer als Patient in der Praxis ist. Einheitliche Arbeitskleidung kann zudem ein Wir-Gefühl bei Ihren Mitarbeitern auslösen und so als Teambuilding-Maßnahme fungieren. Zudem ist die Kleidung in manchen Fällen sogar steuerlich absetzbar.

Frau hält großes Blatt Papier vor sich © iStock: PeopleImages

Keine Blankoverordnung – nirgendwo

Der Auftrag des Gesetzgebers ist eindeutig formuliert: Der GKV-Spitzenverband und die maßgeblichen Heilmittelverbände sollen einen Vertrag über die „Blankoverordnung“ schließen, in dem u. a. geregelt wird, bei welchen Indikationen Therapeuten selbst über die Auswahl und Dauer der Therapie sowie die Frequenz der Behandlungseinheiten bestimmen können – und zwar bis zum 30. September 2021. Das genau steht so im § 125a Abs. 1, Satz 3 SGB V.

© BadBrother

Grundsätzlich viel Übereinstimmung bei Gesundheitspolitik

Die Spitzen der SPD, der Grünen und der FDP sind sich einig, dass die Sondierungsgespräche erfolgreich verlaufen sind und die Verhandlungen für eine Ampel-Koalition aufgenommen werden können. Noch vor Weihnachten soll eine neue Regierung stehen (Stand: 22. Oktober 2021). Wir haben die für Sie interessanten Themen aus dem Sondierungspapier zusammengefasst.

„Ich werde mich auch weiter mit berufspolitischen Themen beschäftigen“

Acht Jahre hat der Physiotherapeut Dr. Roy Kühne als einer aus den eigenen Reihen die Interessen der Heilmittelerbringer im Deutschen Bundestag und speziell im Gesundheitsausschuss vertreten. Bei der Wahl im September konnte er sein Mandat nicht verteidigen und kehrt damit aus Berlin zurück zu seinen beruflichen Wurzeln in der Physiotherapie. Wir haben mit ihm über seine Zukunftspläne gesprochen.

© loco 75

Rekordjahr 2021

2021 ist ein sportliches Jahr. Nicht nur fand in diesem Jahr die UEFA Euro 2020 statt – für alle, die sich nicht so dafür interessieren, das ist die Fußball-Europameisterschaft der Herren, die ihren Namen behalten durfte, obwohl das Turnier selbst erst ein Jahr später stattfinden konnte –, die Pandemie hat uns 2021 auch die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio beschert. Da passt es doch zu diesen sportlichen Großereignissen, dass die Befragten des DKV-Reports 2021 ihren Gesundheitszustand überwiegend als gut oder sehr gut einschätzten. Am eigenen Verhalten kann diese positive Bewertung allerdings nicht gelegen haben.

© FluxFactory

Testpersonen für neue Therapie gegen Phantomschmerzen gesucht

Rund 90 Prozent aller Patienten mit fehlenden Gliedmaßen oder mit Verletzungen von Nerven leiden an Phantomschmerzen. Bisherige Behandlungsmöglichkeiten führten kaum zu einer Schmerzlinderung. Nun soll ein neuartiger Therapieansatz diesen Patienten besser und ohne Medikamente helfen.

© Fotolia.com: Robert Kneschke

Notruf-App „Nora“ in allen Bundesländern außer Berlin gestartet

Mit der neuen Notruf-App „Nora“ können auch Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten jetzt schnell und einfach Feuerwehr und Rettungsdienst erreichen. Entwickelt wurde die Notruf-App von den Bundesländern. Sie ist so aufgebaut, dass man ohne zu sprechen oder auch mit geringen Sprachkenntnissen einen Notruf mit den wichtigsten Informationen absetzen kann. Sie lässt sich durch Symbole, klare Texte und eine intuitive Nutzerführung einfach bedienen.

© iStock: Devonyu

G-BA will Wundbehandlung mit Kaltplasma prüfen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wird die Erprobung der sogenannten Kaltplasmatherapie zur Behandlung chronischer Wunden prüfen lassen. Ein entsprechender Antrag des Greifswalder Medizintechnikunternehmens Neoplas med wurde kürzlich angenommen.

© DNY59

Urteil: Plakate gegen Maskenpflicht unzulässig

Im rheinland-pfälzischem Landkreis Bad Dürkheim hatte eine Ärztin in ihrer Praxis mehrere Plakate aufgehängt, zum Beispiel mit der Aufschrift „Es besteht KEINE MASKENPFLICHT in unserer Praxis“. Weiterhin trugen weder das Personal noch Patienten einen Mund-Nasen-Schutz und im Wartebereich wurden Abstandsregeln nicht eingehalten. Aufgrund mehrerer Beschwerden von Bürgern wurde die Praxis im Mai 2020 mehrfach von einer Amtsärztin und Mitarbeitern des Vollzugsdienstes besucht, woraufhin die Ärztin per Verfügung aufgefordert wurde, die geltenden Corona-Regeln in ihrer Praxis einzuhalten. Die Ärztin klagte dagegen vor dem Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße.

© Antonio Guillem

Urteil: Arbeitgeber dürfen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung infrage stellen

Legen Arbeitnehmer direkt nach einer Kündigung eine Krankschreibung vor, die bis zum Auslaufen der Kündigungsfrist datiert ist, können Arbeitgeber eine Gehaltsfortzahlung für diese Zeit verweigern (AZ: 5 AZR 149/21). Das ist laut Bundesarbeitsgericht dann rechtens, wenn der Beschäftigte auf Rückfrage des Arbeitgebers die Krankheit nicht weiter belegen kann. Infrage dafür komme eine Vernehmung des behandelnden Arztes nach entsprechender Befreiung von der Schweigepflicht.

© Thomas-Soellner

Weihnachtsfeiern 2021: Können wir dieses Jahr endlich wieder feiern?

Erinnern Sie sich noch an Ihre letzte richtige Weihnachtsfeier in der Praxis? Das muss 2019 gewesen sein, denn letztes Jahr steckten wir mitten im zweiten Lockdown. Dieses Jahr sieht es hingegen wieder etwas besser aus mit einer Betriebsfeier. Einen erneuten Lockdown soll es laut Bundesregierung nicht mehr geben – zumindest nicht für vollständig Geimpfte. Wer also mit seinen Mitarbeitern dieses Jahr ein wenig Weihnachten feiern möchte, kann dies tun, muss aber dennoch ein paar Vorgaben beachten.

© GMVozd

BFH: Bei Betriebsfeiern zählen die tatsächlich anwesenden Personen

Praxisinhaber, die dieses Jahr wieder Betriebsfeiern, wie eine Weihnachtsfeier, veranstalten möchten, sollten eines beachten: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass die Kosten der Feier nur steuerlich absetzbar sind, wenn sie 110 Euro pro Teilnehmer nicht übersteigen – die Gesamtkosten dürfen nur auf die wirklich anwesenden Personen aufgeteilt werden (Az: VI R 31/81).

Datenschutz?…! Cookie-Einwilligung auf Webseiten

Von Niels Köhrer, externer Datenschutzbeauftragter für up|plus-Kunden Um Praxiswebseiten optimieren zu können und um zu wissen, welche Inhalte Leser interessieren, lassen sich Dienste von Drittanbietern einbinden, die das Nutzerverhalten sammeln und auswerten. Diese Daten helfen dabei, Praxiswebsite und -marketing passgenau weiterzuentwickeln. Das Surfverhalten darf aber nicht einfach gemessen werden, der Websitebesucher muss einwilligen. Es ist also erforderlich, seine Zustimmung einzuholen – mit einer Cookie-Einwilligung.

© Coloroftime - Cristian Ardelean

Urteil: Quarantäne berechtigt nicht zur Nachgewährung von Urlaubstagen

Arbeitnehmer, die während ihres Urlaubs aufgrund einer Corona-Infektion in Quarantäne müssen, haben keinen Anspruch auf Nachgewährung von Urlaubstagen. Zu dieser Entscheidung kam das Arbeitsgericht Bonn (Az. 2 Ca 504/21).

© peterschreiber.media

STIKO empfiehlt Auffrischimpfung für Personal in medizinischen Einrichtungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine COVID-19-Auffrischimpfung u. a. für Menschen ab 70 Jahren sowie Personen, die in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt arbeiten. Zudem sollten sich Personen, die das COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson und Johnson) zur Grundimmunisierung erhalten haben, zusätzlich mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen.

© Sturti

Nach Kurzarbeit drohen Steuernachzahlungen

Beschäftigte, die in Folge der Corona-Krise 2020 in Kurzarbeit waren, müssen eine Steuererklärung abgeben. In manchen Fällen kann es dann dazu kommen, dass Steuern nachgezahlt werden müssen.

© fizkes

Präventionskurse: Die Crux mit der Zertifizierung

Die Physiotherapeutin Lena Winter* bietet seit 20 Jahren Präventionskurse an. Doch in den vergangenen Jahren wurde die Zertifizierung der Kurse immer undurchsichtiger, kein Kurs wird mehr auf Anhieb rezertifiziert. Ähnliche Erfahrungen machte auch die Physiotherapeutin Beate Tunnel*. Wir haben mit beiden über ihre Probleme gesprochen und wollten erfahren: Was können Therapeuten selbst tun? Und wo gibt es vielleicht auch Verbesserungspotenzial seitens der Team Gesundheit GmbH, die für die Prüfung und Zertifizierung der Präventionskurse zuständig ist?

© iStock: Chainarong Prasertthai

G-BA beschließt: Heilmittelleistungen dauerhaft per Video möglich

Auch über den 31. Dezember 2021 hinaus können Therapeuten bestimmte Heilmittelleistungen per Video durchführen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute (21. Oktober 2021) die Heilmittel-Richtlinien entsprechend geändert. Bis Ende 2021 sollen nun der GKV-Spitzenverband und die Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer die jeweiligen verordnungsfähigen Heilmittel festlegen, heißt es in der Pressemitteilung.

© iStock: Saklakova

Heilmittel-Verordnungssoftware der Ärzte verbessert

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat bekannt gegeben, dass Ärzte künftig einen Hinweis über ihre Verordnungssoftware erhalten, wenn sie bei einer Heilmittelverordnung von der Höchstmenge je Verordnung abweichen können und Heilmittel für bis zu zwölf Wochen verordnen dürfen.

© iStock: WSF

Rahmen für ärztliche Heilmittelbudgets 2022 beschlossen

Jedes Jahr im Herbst legen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband in den Rahmenvorgaben für Arznei- und Heilmittel die Steigerungsraten fest, die auf Landesebenen dann den Rahmen für die Heilmittelbudgets vorgeben. 2022 steigt das Ausgabenvolumen für Heilmittel um 4,94 Prozent. Darüber hinaus wurde rückwirkend eine Anpassung für 2021 beschlossen.

© iStock: Lpstudio

Fragen-Antworten-Katalog zum Physio-Rahmenvertrag erneut überarbeitet

Der zuletzt Anfang September angepasste Fragen-Antworten-Katalog zum Rahmenvertrag wurde nun erneut aktualisiert und erweitert. Er umfasst jetzt (Stand: 12. Oktober 2021) 68 und nicht mehr 38 Unterpunkte. Physiotherapeuten können das Dokument über die Seite des GKV-Spitzenverbands abrufen.

Frau mit Smartphone während des Trainings zuhause © iStock: Antonio_Diaz

BKK: Neue ärztlich begleitete App-gestützte Bewegungstherapie

Seit dem 1. Oktober 2021 gibt es eine neue App-gestützte Bewegungstherapie – vom Facharzt individuell auf den einzelnen Patienten angepasst und betreut. Mit dem neuen Behandlungskonzept OrthoHeroBKK sollen Patienten bei Rücken- und Knieleiden unterstützt werden. Versicherte der teilnehmenden Betriebskrankenkassen in Baden-Württemberg können sich bei ihrem Facharzt für das Programm anmelden. Nach einem Eingangs-Check erstellt der Facharzt einen Trainingsplan. Anschließend kann der Patient die Herodikos-App freischalten und nutzen. Das Training dauert (bis zu) 90 Tage und kann verlängert werden.

© Lacheev

Ersatzkassen: Mehr als 24.000 DiGA-Codes im ersten Jahr

Die „Apps auf Rezept“ kommen bei den Versicherten gut an. Im ersten Jahr gaben die Ersatzkassen über 24.000 Zugangscodes an die Versicherten aus, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) mitteilt. Spitzenreiter waren dabei Apps aus dem Bereich „Psyche“. Auf sie entfielen 29 Prozent der Codes, 22 Prozent auf Anwendungen aus der Kategorie „Muskeln, Knochen und Gelenke“. 22 Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) sind bislang im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als erstattungsfähig gelistet. 17 davon befinden sich noch in der Erprobung. 20 weitere Zulassungsanträge laufen noch. Den Zugangscode für eine DiGA erhalten Versicherte über eine ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung. Sie können die Kostenübernahme aber auch direkt bei ihrer Krankenkasse beantragen. Nachbesserungsbedarf sieht der vdek bei der Vergütung. „Bisherige Erfahrungen mit DiGA zeigen, dass der geforderte Herstellerpreis häufig in einem Missverhältnis zum Patientennutzen stehe“, heißt es dazu vom Verband der Ersatzkassen. Außerdem interessant: Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA): M-Sense Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA): Rehappy

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Weiterbildungen: Beantragung von Prämiengutscheinen nur noch bis Ende 2021

Noch bis zum 31. Dezember 2021 können Arbeitnehmer, deren zu versteuerndes Einkommen im Jahr höchstens 20.000 Euro beträgt und die mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten, für eine berufsbezogene Weiterbildung eine Bildungsprämie beantragen. Der Staat übernimmt damit die Hälfte der Kosten für die Weiterbildung, maximal 500 Euro.

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Podologie-Verbände fordern konkrete Angaben zur Blankoverordnung

Die drei maßgeblichen Podologie-Verbände haben mit dem GKV-Spitzenverband vereinbart, den Vertrag nach § 125a SGB V über die Erbringung von Leistungen auf Basis von Blankoverordnungen bis spätestens 31. Mai 2022 zu schließen. Dabei geht es den Verbänden um eine inhaltlich sinnvolle Ausformung des Vertrages. Diese erfordere weitere intensive Beratungen, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesverbandes für Podologie, des Verbands Deutscher Podologen (VDP) und des Deutschen Verbands für Podologie (ZFD) heißt.

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Modernisierung der Telematikinfrastruktur

Heilmittelerbringern werden die Anlaufschwierigkeiten, die Ärzte mit der Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) hatten, wahrscheinlich erspart bleiben. Die Gesellschafter der Gematik haben die Modernisierung der TI (TI 2.0) beschlossen und damit z. B. das Ende der teuren Konnektoren besiegelt. Gerade rechtzeitig, bevor sich die ersten Heilmittelerbringer damit hätten ausrüsten können.

© iStock: pictafolio

Testphase für E-Rezept bis Ende November verlängert

Die Testphase für das E-Rezept wird bis Ende November verlängert. Das teilte das Unternehmen gematik kürzlich mit. Die bundesweit verpflichtende Einführung zum 1. Januar 2022 werde nicht verschoben.

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G-BA: Zweitmeinung bald auch bei Wirbelsäulen-OP

GKV-Versicherte haben künftig bei planbaren Eingriffen an der Wirbelsäule Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und die entsprechende Richtlinie erweitert. Bisher können Patienten bereits u. a. bei arthroskopischen Eingriffen an der Schulter, Amputationen beim diabetischen Fußsyndrom sowie Implantationen einer Knie-Endoprothese eine Zweitmeinung einholen.

© gilaxia

Krankschreibungen: Rückenleiden erstmals wieder auf Platz 1

Erstmals seit Jahren sind Rückenbeschwerden wieder die häufigste Ursache für eine Krankschreibung. Ein Grund für den Anstieg könnten die Arbeitsbedingungen im Homeoffice sein, wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) mit über 1,6 Millionen Versicherten kürzlich mitteilte.

© Deutscher Bundestag, Marc-Steffen Unger

Bundestagswahl 2021: Ein Blick in die Zukunft

Nach der Wahl am vergangenen Sonntag stehen alle Zeichen auf Ampelkoalition. Bis die neue Regierung steht, sind aber noch viele Fragen offen – etwa wie die Ressorts künftig verteilt werden. Klar ist, es wird einen neuen Gesundheitsminister geben und ein besonders den Heilmittelerbringern bekanntes Gesicht kehrt nicht mehr als Abgeordneter nach Berlin zurück: Dr. Roy Kühne.

© iStock: kali9

Heilberufsausweis: Testphase mit Physiotherapeuten startet Ende Oktober

„Freiwillige Pflegekräfte, Physiotherapeuten und Hebammen testen in der Pilotphase das Antragsverfahren für die elektronischen Heilberufsausweise“, erklärt Stephan Pohlkamp, zuständiger Referent für das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) im nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium gegenüber Handelsblatt Inside. Die Pilotphase beginnt Ende Oktober, reguläre Anträge sollen dann ab Anfang 2022 entgegengenommen werden können.