Ausgabe up 10-2018 | Rubrik Branchennews

Wirtschaftliche Lage der Heilmittelerbringer bleibt prekär – Bundesregierung antwortet auf Kleine Anfrage der Linken zur Einkommenssituation

vom: 13.09.2018

Die wirtschaftliche Lage der Physiotherapeuten ist nach wie vor schwierig. Es fehlen nicht nur Fachkräfte, wie kürzlich die Bundesagentur für Arbeit (BA) festgestellt hatte (up berichtete), sondern auch die Verdienstmöglichkeiten sind schlecht und machen den Beruf für den Nachwuchs wenig attraktiv. Im vergangenen Jahr erreichten Physiotherapeuten ein Durchschnittseinkommen von 2.272 Euro brutto. Das belegt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei.

Danach waren in Deutschland 2018 insgesamt mehr als 78.000 selbständige Heilmittelerbringer zugelassen. In diesen Praxen arbeiteten 2017 insgesamt über 332.000 Angestellte, davon mehr als 93.000 in physiotherapeutischen Praxen.

Zu den Einkommen der Selbständigen bezieht sich die Bundesregierung auf Daten der Beschäftigungsstatistik der BA, deren Auswertungen bis 2017 vorliegen. Danach betrug der Median des Bruttolohns der sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigten Podologen 1.746 Euro, für Physiotherapeuten 2.272 Euro, für Ergotherapeuten 2.474 Euro und für Sprachtherapeuten 2.299 Euro. Zum Vergleich: Zum 31. Dezember 2012 lag der Median für Podologen bei 1.356 Euro, für Physiotherapeuten bei 2.009 Euro, für Ergotherapeuten bei 2.158 Euro und für Sprachtherapeuten bei 2.068 Euro.

Durchschnittlicher Bruttostundenlohn 2017 bei 18,92 Euro

Auf die Frage der Entwicklung der Bruttostundenlöhne bezieht sich die Regierungsantwort auf die vom Statistischen Bundesamt erstellte „Verdienststrukturerhebung – Niveau, Verteilung und Zusammensetzung der Verdienste und der Arbeitszeiten abhängiger Beschäftigungsverhältnisse – Ergebnisse für Deutschland“ für das Jahr 2014 (Fachserie 16 Heft 1), erschienen am 14. September 2016. Danach lag der Bruttostundenverdienst im April 2014 in der Physiotherapie bei 13,65 bis 14,08 Euro, in der Ergotherapie bei 15,75 Euro, in der Sprachtherapie bei 13,87 Euro und in der Podologie bei 8,49 Euro.

Im Jahr 2017 lag der durchschnittliche Bruttoverdienst ohne Sonderzahlungen von allen Heilmittelerbringern bei 18,92 Euro bei einer bezahlten Wochenarbeitszeit von 39,7 Stunden, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Laut BA verdiente ein angestellter Mitarbeiter in einer ambulanten Physiotherapie-Praxis 2.107 Euro. Damit stieg das durchschnittliche Bruttogehalt im Bundesdurchschnitt 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent.

Bildnachweis: iStock: Christopher-Oliver

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