Ausgabe up 9-2018 | Rubrik Politik

Keine Angst vor Selbstbestimmung! – 2. Open-Space-Zukunftskonferenz am 8. September in Essen

vom: 23.08.2018

Unzählige Aktionen zeigen, Therapeuten wollen, dass sich endlich etwas für Sie ändert. Dafür gehen Sie auf die Straße, schreiben Briefe an Politiker, sind online aktiv, und, und, und. Sie brennen für Ihren Beruf, sind aber nicht länger bereit, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Nicht nur die eigene wirtschaftliche Zukunft steht auf dem Spiel. Therapeuten sorgen sich auch um die Gesundheit der Patienten. Es ist höchste Zeit, etwas zu verändern. Der erste Schritt: die 2. Open-Space-Zukunftskonferenz am 8. September in Essen.

Gerade in Nordrhein-Westfalen ist der Zeitpunkt für Veränderungen so günstig wie nie: Mit Karl-Josef Laumann hat NRW einen Gesundheitsminister, der seit Jahren als Fürsprecher der Gesundheitsfachberufe gilt. Er steht auch in diesem Jahr als Vorsitzer an der Spitze der Gesundheitsministerkonferenz. Dass er dem Thema Selbstverwaltung positiv gegenübersteht, hat er bereits mehrfach geäußert. Allerdings sieht er hier die Therapeuten selbst in der Pflicht. Auf die Frage, was Therapeuten in NRW denn konkret tun müssten, um die Selbstverwaltung voranzutreiben, antwortete er im Interview mit up: „Sich zusammenschließen, sich organisieren und die politischen Akteure überzeugen, dass es ihnen mit diesem Vorhaben wirklich ernst ist.“ Um dem Raum zu geben, gibt es die Open-Space-Zukunftskonferenz.

Selbstbestimmt statt fremdbestimmt

Verschiedene Fachrichtungen, unterschiedliche Verbände – aber ein Interesse: Die Bedingungen für Heilmittelerbringer in Nordrhein-Westfalen müssen sich verbessern. Darum möchten wir fach- und verbandsübergreifend darüber sprechen, wie wir unsere gemeinsamen Ziele verfolgen und umsetzen können. Schließlich sollten die Therapeuten beispielsweise selbst bestimmen, welche Anforderung an die Qualität eine Praxis erfüllen muss, um eine Zulassung zu erhalten. Und wer wäre besser qualifiziert, Fortbildungscurricula festzulegen, als die Heilmittelerbringer selbst? Doch noch liegt das in den Händen der Krankenkassen, die Fortbildungsstandards in den Rahmenverträgen festlegen. Gleichzeitig entscheiden Gesundheitsamtsbürokraten über die berufsfachliche Anerkennung von Therapeuten. Sollte nicht auch das in den Händen der Therapeuten selbst liegen?

Doch immer wieder kann man Warnungen lesen, dass eine Selbstverwaltung der Therapeuten nur Pflichten und Kosten bedeutet, aber keine Vorteile hat. Ist das so? Hier gibt es Antworten auf häufige Fragen dazu:

Frage: Was heißt eigentlich Selbstverwaltung?

Antwort: Selbstverwaltung bedeutet, dass der Gesetzgeber öffentlich-rechtliche Aufgaben, zum Beispiel fachliche Zulassung, Qualitätssicherung etc. auf die jeweilige Berufsgruppe überträgt. Eine Selbstverwaltung muss bei den sie betreffenden Gesetzesvorhaben zwingend beteiligt werden.

Frage: Dann ist Selbstverwaltung ja viel mehr Arbeit?

Antwort: Ja, und mehr Gestaltungsspielraum. Das ist wie bei einer IHK, niemand ist wirklich gern Mitglied in der IHK, aber die Alternative wäre, dass Politiker das regeln würden, was jetzt die IHK macht. Bei der IHK kann man notfalls selbst aktiv werden und den Gestaltungsspielraum für Therapeuten aber auch für sich persönlich nutzen.

Frage: Bedeutet Selbstverwaltung zwingend Pflichtmitgliedschaft?

Antwort: Auf jeden Fall! Ohne Pflichtmitgliedschaft lassen sich keine gemeinsamen Berufsregeln verbindlich durchsetzen, ohne Pflichtmitgliedschaft lassen sich keine verbindlichen Fort- und Weiterbildungscurricula etablieren, ohne Pflichtmitgliedschaft lässt sich kein definiertes Qualitätsniveau umsetzen.

Frage: Kostet Selbstverwaltung nicht viel Geld?

Antwort: Wie viel Geld die Selbstverwaltung kostet, kann sie selbst entscheiden. Und da es bei der Selbstverwaltung die Pflichtmitgliedschaft gibt, zahlen plötzlich alle in der Heilmittelbranche beschäftigten Personen. Das dürften ungefähr viermal so viel Menschen sein, wie heute in den Verbänden organisiert sind. Bestimmt ist die Selbstverwaltung dann günstiger als heute ein Verband.

Wir laden Sie ein

Heilmittelerbringer und Interessierte sind herzlich willkommen, am 8. September 2018 an der 2. Open-Space-Zukunftskonferenz in Essen teilzunehmen. Egal ob Podologen oder Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten, ob im Verband organisiert oder nicht, Praxisinhaber, angestellt oder frei tätig – bringen Sie Ihre Energie, Ihre Ideen, Ihre Kraft und Ihren Willen mit. Gemeinsam schmieden wir daraus Pläne für die Zukunft.

Darüber möchten wir sprechen

  • Wo stehen wir?
  • Was ist zu tun, damit auch in Zukunft Patienten in NRW angemessen mit Heilmitteln versorgt werden können?
  • Wie lassen sich die Interessen der Therapeuten effektiv durchsetzen?
  • Was müssen alle Therapeuten tun, damit in NRW der Gesetzgeber den Therapeuten die Möglichkeit gibt, sich selbstbestimmt zu organisieren?

Das erwartet Sie auf der Open-Space-Zukunftskonferenz

12:00 Begrüßungskaffee und Posterausstellung der Vorbereitungsgruppe
12:30 Begrüßung
12:40 Einführung in die Konferenz – Vorstellung der Methode
12:50 Kurzes Impulsreferat zum Thema
13:00 Open Space – Hier legen Sie Ihre Themen fest
13:30 Workshops Runde 1
15:00 Kaffeepause
15:30 Workshops Runde 2
17:00 Abschlussplenum – Präsentation der Highlights aus den Arbeitsgruppen
17:30 Verabschiedung des Abschlussstatements
18:00 Ausklang der Konferenz

Weitere Informationen und Anmeldung

Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie das Anmeldeformular zur kostenfreien Teilnahme finden Sie auf www.zukunft-therapie.de

Bildnachweis: iStock: anyaberkut

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