Studie: Fachkräftemangel größer als bisher angenommen

vom: 05.10.2018

Der Fachkräftemangel in den therapeutischen Berufen ist noch größer als bisher angenommen. Ende 2017 hatte die Bundesagentur für Arbeit angegeben, dass offene Stellen bei Physiotherapeuten rund 150 Tage vakant bleiben. Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl für alle Therapieberufe bei 250 Tagen liegt.

Das ist ein wesentliches Ergebnis der Studie „Ab in die Zukunft“ der Hochschule Fresenius. Auch die wirtschaftliche Situation der Therapeuten war ein Thema: Die Löhne der angestellten Therapeuten haben sich seit der Einführung neuer gesetzlicher Regelungen im April 2017 im Durchschnitt um drei bis dreieinhalb Prozent verbessert, bei den Selbstständigen und Praxisinhabern sogar um vier bis fünf Prozent. Aber: Es besteht im Vergleich zu den durchschnittlichen Bruttolöhnen aller Berufstätigen in Deutschland noch immer ein großer Unterschied. Ein akademischer Abschluss macht sich hingegen bezahlt: Damit verdient eine Fachkraft durchschnittlich brutto rund 250 Euro mehr im Monat als ihre examinierten Kolleginnen und Kollegen. Dennoch stehen laut der Studie für 85 Prozent der Therapeuten Einsatz und Entlohnung in einem Missverhältnis.

Neben der Akademisierung könne vor allem ein eigenverantwortliches Arbeiten eine Lösung sein. „Gut 90 Prozent fühlen sich der Studie zufolge in der Lage, Therapiebeginn, -art und -umfang selbst zu bestimmen und mit einer sogenannten Blankoverordnung zu arbeiten, die derzeit als Modell getestet wird“, heißt es in der Untersuchung.

An der Online-Umfrage „AB in die Zukunft“ hatten sich 1.800 Therapeuten beteiligt, davon die Hälfte aus der Physiotherapie, ein Viertel aus der Ergotherapie, ein Fünftel aus der Logopädie und fünf Prozent aus der Podologie.

Bildnachweis: iStock: triloks

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