Ausgabe up 6-2019 | Rubrik Branchennews

GKV veröffentlicht Verordnungsdaten 2018: Umsatz steigt, 4,6 Millionen weniger Behandlungseinheiten als im Vorjahr

vom: 10.05.2019

Die Zahlen aus Heilmittelinformations-System der GKV für 2018 sind veröffentlicht worden und erlauben einen detaillierten Blick auf das Verordnungs- und Therapiegeschehen im vergangenen Jahr. Zwar sind die Umsätze der Praxen mit GKV-Heilmitteln um rund 9,3 Prozent gestiegen, die Anzahl der Behandlungseinheiten ist jedoch bundesweit um 1,6 Prozent zurückgegangen. Das entspricht mehr als 4,6 Millionen Behandlungseinheiten, die Patienten in Deutschland weniger erhielten.

Die GKV-HIS-Zahlen deuteten diese Entwicklung bereits nach dem dritten Quartal 2018 an. Zwar steigen die Umsätze in ganz Deutschland, in der Summe um circa 9,3 Prozent (626 Millionen Euro), gleichzeitig sinkt die Anzahl der abgerechneten Behandlungseinheiten zum Teil deutlich. Im Bundesdurchschnitt ist der Rückgang der Behandlungseinheiten je 1.000 Versicherte bei den Logopäden am stärksten (-4,3 Prozent), gefolgt von den Physiotherapeuten (-3,1 Prozent) und den Podologen (-1,1 Prozent). Nur die Ergotherapeuten halten die Anzahl der Behandlungseinheiten mit -0,5 Prozent nahezu stabil.

Einige Bundesländer besonders von Rückgang betroffen

Auf Landesebenen stechen einige Länder besonders hervor. Schleswig-Holstein meldet -10,3 Prozent weniger Behandlungseinheiten, davon -14,2 Prozent bei den Logopäden, -10,6 Prozent bei der Physiotherapie, -6,3 Prozent bei den Podologen und -6,1 Prozent bei den Ergotherapeuten. Weitere deutliche Rückgänge sind in Bremen (-6 Prozent), in Niedersachsen (-4,4 Prozent) und in Westfalen-Lippe (-4,3 Prozent) zu beobachten.

Ursachen bisher unklar

Auf der Suche nach den Gründen für diese Entwicklung bieten sich mehrere Erklärungen an. Vielleicht haben Ärzte einfach weniger verordnet, entweder aus medizinischen Gründen heraus oder aus Angst vor möglichen Regressen. Oder der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar und es gibt einfach nicht genug Therapieangebote in den betroffenen Regionen.

Wie nehmen Sie die Entwicklungen der Behandlungseinheiten war?

In der up_Ausgabe 06_2019 werden wir ausführlich über die GKV-HIS Zahlen berichten.

Bildnachweis: GKV-Spitzenverband

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  • Mehr als die Hälfte der Heilmittelbehandlungen werden für über 60 Jährige abgegeben. Anscheinend wird diese Altersgruppe fitter und braucht weniger Therapie bzw. hat keine Zeit für Therapie.

  • Einige Ärzte sprechen offen über Regress Ansprüche der Krankenkassen. Ich sehe das als großes Problem. Zu viele Ärzte aus unserer Region verordnet zaghaft bis gar nicht mehr. Und schon gar nicht außerhalb des Regelfalls.

  • Hausärzte machen eine Verordnungspause, trotz Sturzgefährdung, Therapiewille des Patienten, Forderung der Pflegekräfte, persönlicher Rückmeldung des Therapiestandes und aussagekräftigen Therapieberichtes sowie Hilfe zur extrabudgetären Verordnung des Therapeuten.

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