Selbsthilfegruppen – Potenzial für Ihre Praxis

vom: 16.08.2006

Immer mehr Patienten wenden sich an Selbsthilfegruppen, um sich zu informieren, sich beraten zu lassen oder um sich auszutauschen. Gruppen gibt es für fast jedes Krankheitsbild; besteht noch keine, wird sie gegründet – zum Beispiel mit Ihrer Hilfe! Selbsthilfegruppen bergen großes Potenzial, das Sie auch für Ihre Praxis nutzen können! Die Möglichkeiten sind vielfältig:

  • Stellen Sie Ihre Praxisräume als Treffpunkt zur Verfügung.
  • Hängen Sie die Plakate der Selbsthilfegruppen aus und/oder legen Sie deren Informationsmaterial aus.
  • Haben Sie einen guten Draht zu einer oder mehreren Gruppen, dann fragen Sie, ob Sie in deren Räumen Infomaterial zu Ihrer Praxis auslegen können.
  • Fertigen Sie eine Liste (inklusive Kontaktstellen) aller relevanten Gruppen an, die für Ihre Patienten wichtig sind. Diese können Sie in Ihrer Praxis auslegen oder Betroffenen direkt geben.
  • Halten Sie einen Vortrag für eine Selbsthilfegruppe oder veranstalten Sie einen Workshop.
  • Hat Ihre favorisierte Gruppe eine eigene Zeitschrift? Dann bieten Sie an, einen Artikel zu schreiben.
  • Sie sind selbst in einer Selbsthilfegruppe aktiv und haben Erfahrung mit der Organisation? Prima, dann sind Sie ein idealer Berater.

Mit diesen Maßnahmen können Sie sich als Experte für bestimmte Themen etablieren. Darüber hinaus steigern Sie Ihren Bekanntheitsgrad. Beides kann dazu führen, dass Sie einerseits neue Patienten und Kunden gewinnen und andererseits Ihre bereits bestehenden langfristig binden. 
Informationen zu Selbsthilfegruppen bekommen Sie an vielen Stellen, zum Beispiel in Arztpraxen und in Krankenhäusern. Recherchieren Sie auch selbst im Internet. Suchmaschinen wie www.google.de sind eine große Hilfe: Geben Sie das Stichwort “Selbsthilfegruppen“ und dann Ihr Bundesland oder Ihren Wohnort ein. So erhalten Sie schnell einen Überblick. Eine gute Informationsquelle sind auch Ihre Patienten – sie geben sicher gerne Auskunft!

Eine kritische Anmerkung zum Schluss: Selbsthilfegruppen werden manchmal von Pharmaunternehmen gesponsert und sind dadurch häufig nicht mehr unabhängig. Auf dieses Problem machten die Herausgeber des britischen Fachmagazins „The Lancet“ aufmerksam. Zum Beispiel weisen die Selbsthilfegruppen oft nur im Kleingedruckten auf mögliche Interessenkonflikte hin. Auch Transparency International hat die Verflechtung von “organisierten Patienten“ und Industrie in Deutschland beanstandet.

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