Ausgabe up 05-2017 | Rubrik Branchennews

„Experimente an Kranken“: Auch KV Baden-Württemberg lehnt Modellversuche zur Blankoverordnung in der Physiotherapie ab

vom: 11.04.2017

Nach der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben nun auch Ärzte-Vertreter der KV in Baden-Württemberg (KVBW) die Modellversuche zur Blankoverordnung abgelehnt. Das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG), das am 11. April 2017 in Kraft trat, sieht solche Modellprojekte vor.

Die Projekte, bei denen Physiotherapeuten nach der ärztlichen Diagnose über Art und Frequenz der Therapie entscheiden, bezeichnete die KVBW im März in einer Pressemitteilung als „Experimente an Kranken“. „Die Festlegung der Therapiedauer entzieht dem Arzt die Kontrollmöglichkeit im bisherigen Umfang“, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Fechner, „und führt damit zu weniger Therapiesicherheit des Patienten.“ Im Falle fehlgeschlagener Behandlungsverläufe müsse künftig „nicht mehr der Arzt alleine, sondern schwergewichtig der Physiotherapeut“ haften, ergänzte KV-Chef Dr. Norbert Metke.

Illustration: Flagge von Baden-Württemberg
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