Ausgabe up 11-2017 | Rubrik Branchennews

Rahmenvertrag zum Thema Entlassmanagement in Kraft getreten

vom: 06.10.2017

Schon seit über einem Jahr ist die Änderung der Heilmittel-Richtlinie zum Thema Entlassmanagement rechtskräftig. Die Umsetzung dieser Regelung scheiterte bislang jedoch an einem fehlenden Rahmenvertrag zwischen Krankenhäusern und GKV-Spitzenverband. Seit dem 1.10.2017 ist dieser nun wirksam.

Für die Patienten soll der voraussichtliche Bedarf für die Anschlussversorgung nach einer Krankenhausbehandlung anhand schriftlicher Standards durch ein multidisziplinäres Team im Krankenhaus festgestellt werden. Ebenso sollen die notwendigen Anschlussmaßnahmen frühzeitig eingeleitet und die weiterbehandelnde Einrichtung rechtzeitig informiert werden.

Bestandteil des Entlassmanagements ist nach Prüfung des Erfordernisses auch die Verordnung von Heilmitteln durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung. Das sichert die nahtlose Versorgung für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen. Bei solchen Verordnungen gelten die normalen Regeln gem. § 13 Abs. 2 HeilM-RL, sowie ergänzende Regeln zum Entlassmanagement gem. § 16a HeilM-RL:

  • Eine Krankenhaus-Heilmittel-Verordnung darf für den Zeitraum von bis zu sieben Tagen nach der Entlassung ausgestellt werden.
  • Die Verordnungsmenge hängt von der Behandlungsfrequenz ab und darf die Frist von sieben Kalendertagen nicht überschreiten.
  • Die Behandlung muss innerhalb von sieben Kalendertagen begonnen werden, sonst verfällt die Verordnung.
  • Die Verordnung muss innerhalb von zwölf Tagen nach Entlassung abgeschlossen sein. Darüberhinausgehende Behandlungseinheiten verfallen.
  • Vorausgehende Verordnungen sind dabei formal nicht zu berücksichtigen.
  • Auf der Verordnung ist das Ausstellungsdatum immer auch das Entlassdatum.

Verordnungsvordrucke aus dem Krankenhaus sollen quer durch das Personalienfeld den Schriftzug „Entlassmanagement“ tragen (von links unten nach rechts oben). Das soll nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft durch die Verordnungssoftware der Krankenhäuser sichergestellt werden.

Noch haben nicht alle Krankenhausärzte eine eigene Arztnummer. Deswegen wird auf der Verordnung bis auf Weiteres eine sogenannte Pseudoarztnummer angegeben, bei der die ersten sieben Stellen jeweils mit einer vier besetzt sind.

Kommentar von Ralf Bucher:

Wir haben zu diesem Thema bereits im Januar 2016 und im August 2016 ausführlich berichtet und kommentiert. Durch die Einigung auf den Rahmenvertrag zwischen Krankenhäusern und GKV hat sich nichts an unserer Einschätzung geändert, dass die vorgegebenen Regeln nicht zu einer Verbesserung der Patienten mit Heilmitteltherapie im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt führen werden.

Praxisinhaber müssen beim Thema Entlassmanagement besonders auf die Fristen achten. Noch ist nicht klar, wie exakt sich die Krankenkassen an diese unrealistischen Vorgaben halten werden. Im Zweifel erfolgt mit dem Hinweis auf diese Fristenreglung eine Ablehnung.


Bildnachweis: Ärzteblatt

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