Ausgabe up 11-2017 | Rubrik Politik

Themenschwerpunkt Heilmittel-Richtlinie: Welche Qualifikation braucht man, um die Heilmittel-Richtlinie zu reformieren?

vom: 01.11.2017

Wenn ich mir das Konzeptpapier der KBV zur Reform der Heilmittel-Richtlinie durchlese, wird mir schon ein bisschen mulmig. Denn das in diesem Papier dokumentierte Unwissen um die Details der Entstehung und Umsetzung der Heilmittel-Richtlinie lässt für eine zukünftige Reform Schlimmes ahnen.

Ein Kommentar von Ralf Buchner

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Das liegt etwa am Hauptautor des Papiers Norbert Metke, Chef der KV Baden-Württemberg. Unter seiner Führung hat man bereits sogenannte Wirtschaftlichkeitsziele in Baden-Württemberg vereinbart: Es wurde zum Beispiel festgelegt, dass der Anteil Manueller Therapie (MT) an PT-Gesamt kleiner als 15 Prozent sein soll. Nicht ersichtlich ist, ob hier auf den Umsatz der MT abgehoben wird oder auf die Anzahl der Therapieeinheiten. Das macht nämlich einen deutlichen Unterschied. Doch weder die Verträge sagen dazu etwas aus, noch hat die KV BaWü auf Nachfrage eine Antwort.

Auch fehlt es sowohl dem Konzeptpapier als auch den Wirtschaftlichkeitszielen der KV BaWü an Evidenz. Denn Belege dafür, wie groß der Anteil der MT-Behandlungen an der Physiotherapie sein soll, gibt es nicht. Genauso wenig wie es Belege zum Beispiel für die im Konzeptpapier vorgeschlagenen zukünftigen prospektiven Behandlungsdauern gibt.

Bleibt die Frage, welche Qualifikation man haben muss, um an einer Reform der Heilmittel-Richtlinie mitarbeiten zu dürfen: Genaue Fachkenntnisse und exakte Arbeitsweise scheinen nicht zu den Grundanforderungen zu gehören. Stattdessen reicht es offensichtlich, ein Funktionär zu sein.

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