Ausgabe up 03-2017 | Rubrik Praxisführung

up|Umfrage: Wie hältst du es mit der Arbeitskleidung im Praxisteam?

vom: 15.02.2018

Kleidung ist ein Ausdruck von Individualität. Doch wie viel davon ist im Praxisalltag sinnvoll und angemessen? Was darf der Chef vorschreiben und was nicht? 

In einigen Berufsgruppen – wie beispielsweise bei den Köchen, steht das Outfit nie zur Debatte. Hier ist klar: Arbeitskleidung gehört zum Beruf wie der Kochlöffel. Auch Berufsgesetze und Hygieneverordnungen können Arbeitskleidung vorschreiben. Wo solche Vorschriften fehlen, liegt es am Chef, von seinem Weisungsrecht Gebrauch zu machen. Deshalb fragen wir diesmal nach: Wie hältst du es mit der Arbeitskleidung im Praxisteam?

Vorgehen 1: Bei uns gibt es einheitliche Arbeitskleidung für alle! So werden Teammitglieder direkt erkannt

Arbeitskleidung gehört bei uns zum Erscheinungsbild der Praxis. Jeder Patient, der zu uns kommt, erkennt Teammitglieder sofort und muss sich nicht erst hilfesuchend umschauen.

  • Vorteil

    Sie sind ein Team und das zeigen Sie auch durch Ihr einheitliches Auftreten. So wird nicht nur das Teamgefühl gestärkt, auch Ihre Patienten erkennen ihre Ansprechpartner sofort. Außerdem hat Kleidung, die vom Arbeitgeber gestellt wird, für die Mitarbeiter einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie werden finanziell entlastet. Sollte eine Hose mal ein Loch haben, reißt das auch nicht gleich ein Loch ins Portemonnaie des Therapeuten.

  • Nachteil

    Die Arbeitskleidung muss auch regelmäßig gewaschen werden. Kümmert sich jeder Mitarbeiter selbst darum, sehen die einheitlichen T-Shirts vermutlich je nach Umgang bald sehr unterschiedlich und im schlimmsten Fall verwaschen aus. Wird die Arbeitskleidung in der Praxis gewaschen, muss auch das immer organisiert werden und bereitet zusätzliche Arbeit.

Vorgehen 2: Arbeitskleidung – wozu? Jeder zieht das an, worin er sich am wohlsten fühlt

Auf Diskussionen wie: „Ich mag aber keine Polo-Shirts!“ und „Die Hosen sitzen viel zu eng, da hat man gar keinen Bewegungsspielraum mehr!“ habe ich gar keine Lust. Bei uns in der Praxis zieht jeder an, worin er sich wohl fühlt, solange es angemessen ist und dem Image der Praxis nicht schadet.

  • Vorteil

    Manche Mitarbeiter fühlen sich in vorgegebener Kleidung womöglich verkleidet oder unwohl. Da reicht schon ein T-Shirt mit Ärmelausschnitten, die an einer ungünstigen Stelle enden, um dafür zu sorgen, dass – meist Frau – sich unwohl fühlt. Wenn jeder trägt, was er möchte, ist auch sichergestellt, dass sich jeder in seiner Kleidung wohlfühlt.

  • Nachteil

    Aus hygienischer Sicht ist es nicht in jedem Betätigungsfeld sinnvoll, wenn Mitarbeiter ihre eigene Kleidung anziehen und dann zu Hause waschen. Gerade im stationären oder teilstationären Bereich sowie in Senioren- und Pflegeheimen kann das nicht nur unangenehm für Ihre Mitarbeiter sein, sondern auch ein gesundheitliches Risiko mit sich bringen.

Vorgehen 3: Bei uns gibt es nur allgemeine Vorgaben, an die sich aber alle zu halten haben

Bei uns in der Praxis gibt es nur grobe Kleidungsanweisungen, dazu gehört die Farbe des Oberteils sowie die Farbe der Hose. Ob die Kollegin jetzt in schwarzer Jogginghose oder schwarzer Jeans ihre Patienten behandelt, hat auf die Therapie schließlich keine Auswirkung. Wichtig ist mir nur ein einheitliches Grundkonzept, um es den Patienten leichter zu machen, die Teammitglieder direkt zu erkennen.

  • Vorteil

    Dieses Vorgehen verbindet die Vorteile von einheitlicher Arbeitskleidung mit der Wahrung individueller Vorlieben. Durch klare Vorgaben wie Stil der Kleidung und beispielsweise einheitlicher T-Shirt-Farbe sind alle Mitarbeiter homogen gekleidet und für Patienten schnell als Mitarbeiter zu erkennen. Trotzdem bleibt der individuelle Stil gewahrt.

  • Nachteil

    Durch solche Vorgaben müssen Mitarbeiter unter Umständen Kleidungsstücke von ihrem eigenen Geld kaufen, die sie privat niemals tragen, geschweige denn kaufen würden. Das könnte nicht jedem gefallen.

Vorgehen 4: Für unsere Therapeuten haben wir Arbeitskleidung, alle anderen Teammitglieder können anziehen was sie möchten

Bei uns haben nur die Therapeuten spezielle Arbeitskleidung. Alle anderen Mitarbeiter, die nicht am Patienten arbeiten, können anziehen was sie möchten, solange es ihre Arbeit nicht einschränkt.

  • Vorteil

    Durch die einheitliche Kleidung der Therapeuten sehen alle Praxisbesucher sofort, wer die Behandler sind. Die Rezeptionsfachkräfte haben Ihren festen Arbeitsplatz überwiegend am Empfang und sind dadurch einfach für Patienten zu erkennen. Bei Therapeuten ist es zudem aus hygienischen Gründen zusätzlich sinnvoll, spezielle Arbeitskleidung zu tragen, die auch nicht in der Freizeit genutzt wird.

  • Nachteil

    Die Unterscheidung zwischen Therapeuten und Rezeptionsfachkräften mittels Arbeitskleidung führt automatisch dazu, dass das Team zumindest optisch in „zwei Lager“ geteilt wird. Wenn es sowieso regelmäßig kleine Unstimmigkeiten zwischen Therapeuten und Rezeption gibt, kann eine solche optische Abgrenzung das Teamgefühl zusätzlich gefährden.

Vorgehen 5: Einheitliche T-Shirts gehören zum Praxisauftritt dazu, alles andere ist dem eigenen Geschmack überlassen

Um unserer Praxis ein einheitliches Bild zu geben, tragen alle Mitarbeiter die gleichen T-Shirts. Doch dann hört es mit den Vorgaben zur Arbeitskleidung auch schon wieder auf. Wir wollen ja nicht übertreiben. Uniformen können Polizisten und Piloten tragen.

  • Vorteil

    Durch die einheitlichen Oberteile ist das Praxisteam für jeden Außenstehenden sofort zu erkennen. Das Teamgefühl wird unterstützt und das, ohne die individuellen Vorlieben der einzelnen Mitarbeiter zu sehr einzuschränken.

  • Nachteil

    Die Wahlfreiheit der restlichen Kleidung birgt immer die Gefahr, dass Mitarbeiter in zu knappen oder engen Hosen arbeiten oder aber ein Kollege in seiner ausgebeulten Jogginghose durch die Praxis schlendert. Das sehen der Chef und anderen Mitarbeitern vielleicht ungern und es entstehen so Konflikte.

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