Ausgabe up 5-2019 | Rubrik Kurz vor Schluss

Kurz vor Schluss: (Kommunikations-)Fail beim GKV-Spitzenverband

vom: 18.04.2019

Im Artikel „TSVG beim Bürokratieabbau seiner Zeit voraus“ haben wir über die Probleme berichtet, die das TSVG in Sachen Bürokratieabbau bei Genehmigungsverfahren mit sich bringt. Wir haben die Krankenkassen und auch den GKV-Spitzenverband zu deren Interpretation gefragt. Dabei hatten wir uns besonders von letzterem eine zielführende Antwort gewünscht. Schließlich ist der GKV-Spitzenverband die erste Anlaufstelle, wenn es um die rechtliche Auslegung von Gesetzestexten die GKV betreffend geht.

Das finden übrigens auch Krankenkassen: Die AOK Nordost hat unsere Presseanfrage zu den Unklarheiten beim Genehmigungsverfahren mit der Bitte beantwortet, dass wir uns an den GKV-Spitzenverband wenden mögen. Und auch dort steht auf der eigenen Website, dass „die Unterstützung der Krankenkassen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben“ zum Leistungsspektrum des GKV-Spitzenverbandes gehört.

Wir haben also die wortgleiche Presseanfrage nach Berlin geschickt, die alle Kassen mit bestehenden Genehmigungsverfahren erhalten haben. Sie endete mit der Frage: „Können Sie uns eine Auskunft zu dieser Frage geben?“ Die Antwort von Florian Lanz, Pressesprecher und Leiter Stabsbereich Kommunikation des GKV-Spitzenverbands war dann eben so kurz wie enttäuschend: „Leider nein“.

Das Bedauern nehmen wir wohl zur Kenntnis und können es nur teilen. Denn wenn der GKV-Spitzenverband zu diesem Thema wirklich nichts zu sagen hat, ist das an sich schon schlimm genug. Dennoch hätten wir uns von einem Kommunikationsprofi ein wenig mehr erhofft. Schließlich haben die zahlreichen Pressesprecher verschiedener regionaler Kassen gezeigt, dass man durchaus zielführende Antworten geben kann.

Nun wollen wir aber auch nicht alle Schuld von uns weisen und nehmen aus dieser Sache zumindest ein Lerngeschenk dankbar an: In Zukunft werden wir wortkarge Pressesprecher stärker unterstützen und Presseanfragen nicht mehr mit einer geschlossenen Frage beenden. Schließlich können wir so schon froh sein, dass die Antwort nicht einfach nur „nein“ war.

Ein kleiner Hinweis in Richtung Berlin

Anstatt sich mit einer ausweichenden Antwort aus der Affäre zu ziehen, könnte der GKV-Spitzenverband auch einfach dem Beispiel der BKK evm folgen und die Kassen dazu anhalten, im Sinne des Gesetzes und nicht nach dessen Wortlaut zu handeln.

Bildnachweis: opel_ru

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