Ausgabe up 11-2017 | Rubrik Politik

Themenschwerpunkt Heilmittel-Richtlinie: Wieder Reform, wieder ohne Beteiligung der Heilmittelerbringer

vom: 01.11.2017

Es ist wieder soweit: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 21. September 2017 beschlossen, die Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) und den Heilmittelkatalog bis Anfang 2019 zu überarbeiten. Eines der Ziele ist es, den Heilmittelkatalog zu „entschlacken“. Die Beratung erfolgt gemäß Verfahrensordnung des G-BA unter Ausschluss der Heilmittelerbringer.

Der G-BA setzt mit seinem jüngsten Beschluss zur Überarbeitung der Heilmittelrichtlinie nun genau das um, was die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schon in Reaktion auf die Verabschiedung des HHVGs angekündigt hatte: Wenn denn Therapeuten unbedingt Blankoverordnungen und/oder Direktzugang erhalten sollen, dann müsse man doch endlich einmal die Evidenz von Heilmitteln untersuchen, so sinngemäß die KBV.

Nun folgt dieser Ankündigung der Beschluss des G-BA, in dem die KBV (im Gegensatz zu den Heilmittelerbringern) direkt vertreten und antragsberechtigt ist. Im Einzelnen soll es um die „Überprüfung und Überarbeitung der Heilmittel-Richtlinie und des Heilmittelkatalogs mit dem Ziel der Verbesserung von Versorgungsqualität und Praktikabilität“ gehen.

Die Grundlage dieses Beschlusses, das Konzeptpapier der KBV kursiert im Internet und ist eine perfekte Dokumentation dafür, wie der G-BA zum Spielball der Interessen einzelner Berufsgruppen (hier der KBV) werden kann. Besonders besorgniserregend, wenn man sich anschaut, wie viele sachliche und fachliche Fehler, nicht belegte Behauptungen und einseitige „Lösungsansätze“ sich darin wiederfinden.

Erfahren Sie in diesem Themenschwerpunkt…

… was genau im Konzeptpapier des KBV steht.

… worin das Evidenz-Dilemma begründet liegt.

… wie Physiotherapeut und MdB Dr. Roy Kühne die geplante Reform der HeilM-R findet.

… was der G-BA dazu sagt.

… warum sich alles nur um Ärztehonorare dreht.

… welche Qualifikation man braucht, um die Heilmittel-Richtlinie zu reformieren.

Bildnachweis: istock: ardaayderman

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