3. Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft
Patienten informieren sich zunehmend selbst
Patienten werden zunehmend mündiger und treten auch gegenüber Therapeuten mit immer größerem Selbstbewusstsein auf. Krankenkassen sind an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt – sie fördern Patienten, die sich Wissen zum Thema Gesundheit aneignen.
Dies wurde auf dem dritten Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft in Hamburg am 8./9. Dezember deutlich. Thomas Nebling von der Techniker Krankenkasse berichtete von einer Befragung seiner Kasse zum Thema. Danach erwarten Zweidrittel der Bevölkerung, dass sie in Praxen über Vor- und Nachteile von Behandlungen informiert werden. Mit behandelnden Ärzten wollen sie nicht nur diskutieren, sondern mit ihnen gemeinsam entscheiden können. Weitere 29 Prozent der Patienten wollen diese Entscheidung sogar allein treffen. Laut Befragung wollen nur sechs Prozent den Arzt allein entscheiden lassen.
Die Kasse hat darauf mit der Kursreihe „Kompetent als Patient“ reagiert. Mit den Schulungen will die TKK Menschen in die Lage versetzen, sich Informationen zur Gesundheit zu beschaffen und kritisch zu bewerten, und auch, sich mit Leistungserbringern auseinander zu setzen und Qualitätsmerkmale zu erkennen.
Nebling nannte in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit Arztbewertungsportalen und deren Grenzen. Das würde bedeuten, dass Patienten auch die zum Teil niedrigen – und damit wenig aussagekräftigen Bewertungszahlen in ihre Einschätzung einbeziehen. Die noch jungen Erfahrungen mit diesen Schulungen, die unabhängig von der Kassenzugehörigkeit angeboten werden, zeigen ein hohes Interesse besonders von Frauen um die 40 mit höherem Bildungsgrad für dieses Angebot.
Auf positive Erfahrungen mit telefonischer Unterstützung von chronisch Kranken verwies auf dem Kongress Jobst Kamal von der Firma Healthways, die in Süddeutschland im Auftrag der DAK 40.000 Patienten betreut. Die Betreuer sind  Krankenschwestern und Pfleger, die chronisch Kranken regelmäßig bei gesundheitlichen Fragen im Alltag helfen. Sie fragen etwa nach einem Klinikeingriff den Verlauf ab, erfassen die Situation im häuslichen Umfeld, prüfen, ob die Medikation verstanden wurde und ob der Arztbrief eingetroffen ist. Die Patienten fühlen sich dadurch besser betreut und entwickeln laut Kamal eine höhere Bindung an die betreuende Kasse. Kamal verwies auch auf Daten aus den USA, wonach die telefonisch betreuten Patienten seltener zurück in die Klinik eingewiesen werden müssen.
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