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18.02.2010
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Bei Prävention gelten Ärzte nicht als Ansprechpartner

Marktchancen für Heilmittelerbringer

Prävention ist keine Angelegenheit, mit der Patienten ihren Arzt behelligen möchten. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des „Gesundheitsmonitor“ der Bertelsmann-Stiftung. Heilmittelerbinger können diese „Marktlücke“ schließen – allerdings bedarf es dazu neben Angeboten auch Öffentlichkeitarbeit.

Der Arzt ist zuständig fürs Heilen, aber nicht für die Prävention. Das könnte man zumindest aus der Studie „Verhaltensprävention: Guter Wille alleine reicht nicht“ im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ableiten, in der 1.500 Menschen befragt wurden. Auf die Frage: „Einmal angenommen, Sie wollten Ihr Gesundheitsverhalten ändern und hätten gerne Informationen, wie dies am erfolgreichsten zu bewerkstelligen ist. Würden Sie, auch wenn Sie nicht krank sind, speziell dazu zum Arzt gehen und um Rat bitten?” antwortet die große Mehrheit mit “eher nein” (41%) oder “sicher nein” (18%). Bei der Ursachensuche für diese Einstellung zitiert Gerd Marstedt, einer der Autoren der Studie, aus der Befragung, dass 55% der Teilnehmer der Meinung seien: „Mein Arzt hat meist eine volle Praxis und zu wenig Zeit für solche Fragen.“

Er schreibt in seiner Studie, dass das individuelle Gesundheitsverhalten heute bei der Bevölkerung als Risikofaktor „Nummer Eins“ für die Lebenserwartung gilt. Das bedeutet betriebswirtschaftlich gesehen, dass es vermutlich Nachfrage nach Präventionsleistungen gibt – jetzt muss diese Nachfrage nur mit dem richtigen Angebot befriedigt werden!

Von dieser Einstellung können Heilmittelerbringer gut profitieren. Denn es gibt kaum einen anderen Leistungserbringer im Gesundheitswesen, mit dem Patienten mehr Zeit verbringen, als mit ihrem Logopäden, Ergo- oder Physiotherapeuten. Zudem sind Heilmittelerbringer in ihrer Ausbildung oft intensiver für die Prävention ausgebildet worden als die Ärzte. Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten können also das Thema Prävention nutzen, um ihr Profil in der Öffentlichkeit zu schärfen. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung liefert dafür eine gute Grundlage. Jetzt muss nur noch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit bzw. Werbung dafür gemacht werden. Das geht auch ohne großes Budget in jeder Praxis.

Hier ein paar Beispiele: Statt anatomische Tafeln von Wirbelsäulen und Kehlköpfen hängen Sie Plakate zum Thema Prävention an die Wand Ihrer Praxis. Nach Abschluss einer Behandlung lassen Sie Patienten aus einem passenden Angebot aus Präventionsleistung auswählen, damit es gar nicht erst wieder zum Behandlungsfall kommt.


Service: Ein Abstract der Studie “Gerd Marstedt, Rolf Rosenbrock: Verhaltensprävention: Guter Wille alleine reicht nicht”  finden Sie hier.

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